Alice Rühle-Gerstel: Der Umbruch oder Hanna und die Freiheit. Ein Prag-Roman

Dieser Exilroman, den die deutsch-jüdische Schriftstellerin Alice Rühle-Gerstel während ihres eigenen Exils in Mexiko schrieb, gehört zu den eindringlichsten und bewegendsten Schilderungen über die Erfahrungen in der Emigration.
Hanna, Tochter einer Tschechin und eines Deutschen, mit einem kommunistischen Aktivisten verheiratet und selbst Kommunistin, flieht 1934 nach der Verhaftung ihres Mannes nach Prag. Obwohl in Prag aufgewachsen, fühlt sich dort nicht mehr zuhause, scheint nirgends dazu zu gehören.

Sie verliebt sich in Anatol, den Chef der Zeitung, bei der sie eine Stelle gefunden hat, doch auch Anatol kann sich nicht wirklich für Hanna entscheiden. Ihre Enttäuschung und Vereinsamung gipfeln in Hannas Denunzierung und Ausweisung.

Wieder einmal bringt der AvivA Verlag ein lange vergessenes Kleinod heraus, liebevoll und aufwändig gestaltet mit Lesebändchen und vielen Fotos sowie einem ausführlichen Nachwort der Rühle-Gerstel-Biografin Marta Markova.

Alice Rühle-Gerstel, Der Umbruch oder Hanna und die Freiheit. Ein Prag-Roman. AvivA Verlag, Berlin 2007

gelesen von Jule Blum