Anja Kümmel: Hope’s Obsession

Anja Kümmel Hope's Obsessionbestellen… Im Krankenhaus einer kalifornischen Großstadt erwacht Hope aus der Bewusstlosigkeit und kann sich nicht mehr erinnern, was zuvor mit ihr passiert ist. Doch zum Glück ist da Kyra, ihre beste Freundin, die sich rührend um sie kümmert, ihr hilft, die Gedächtnislücken zu schließen und ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. Doch nach und nach tauchen immer mehr Erinnerungsfragmente in Hope auf, suchen sich ihren Weg aus den Träumen ins Bewusstsein. Und Hope wird zusehends misstrauischer: Ist das, was Kyra ihr über sie erzählt, wirklich die Wahrheit? Oder verfolgt sie nur ihre ganz eigenen Ziele, von denen Hope bislang nur ahnt, welche das wohl sein könnten?
Der jungen Autorin Anja Kümmel ist mit diesem Roman ein verstörendes und gleichermaßen fesselndes Buch gelungen, eine Erzählung über die Grenzen von Freundschaft und über die Frage, wie sicher ich sein kann, wenn jemand anders meint zu wissen, was das Beste für mich ist. Die Geschichte zieht in den Bann wie ein Blick in einen Wasserstrudel, faszinierend und schwer, sich abzuwenden.
Eine kleine kritische Anmerkung sei mir erlaubt. Auch wenn sich das im Titel durch einen Apostroph abgehängte Genitiv-S vielleicht durch seine amerikanische Herkunft entschuldigen ließe, schließlich ist Hope ja ein englischer Name und die Geschichte spielt in Kalifornien, im Deutschen gehört dieses Genitiv-S ohne jede weitere Trennung zu seinem Wort. Die aus dem Amerikanischen übernommene Unsitte der apostrophierten „s“ scheint mittlerweile allerdings leider schier allgegenwärtig geworden zu sein, an jeder Ecke ein Heidi’s Imbiss, Petra’s Salon oder Karl’s Buchladen (ja, tatsächlich auch der!), mich schmerzt es. Zumal die Apostrophen-Fans inzwischen auch vor dem Plural-S nicht mehr Halt machen („Über 100 neuwertige Auto’s!“ – ganz ehrlich kürzlich gesehen). Voller Grauen warte ich auf das erste Schild im Supermarkt:
Heute frische Anana’s…

Anja Kümmel: Hope’s Obsession. Morgana Taschenbuch 001 in der Reihe QUEER-MORGANA VERLAG, Leipzig 2008

gelesen von Jule Blum