Anne Goldmann: Das Leben ist schmutzig

Erzählt wird die Geschichte eines Wiener Mietshauses und seiner BewohnerInnen während eines heißen Sommers. Nach und nach lernt die Leserin die Menschen kennen, die in diesem Gebäude miteinander wohnen, alle bekommen eine eigene Stimme und erzählen die Ereignisse aus ihrer subjektiven Sicht. Julia Wawerka, die mit ihrem 16 jährigen Sohn zusammen lebt und als Hausmeisterin für Ordnung sorgt, Herr Pöhz, ewiger Nörgler, der unversehens auf den Hund kommt, Wagner, der Briefträger mit dem Doppelleben, die chaotische Langzeitstudentin Mona Bergmann, der undurchsichtige Bernhard Färber und etliche mehr kommen zu Wort. Denn es gibt viel zu erzählen, als die Lehrerin Daniela Brandlhofer verschwindet und plötzlich eine Leiche im Keller gefunden wird.

Anne Goldmann ist mit Das Leben ist schmutzig ein beachtliches und beeindruckendes Debüt gelungen, vielschichtig, tiefgründig, die subtil beobachtete Milieustudie eines Wiener Vorstadthauses. Schnell wird die Leserin in den Bann der verschworenen kleinen Hausgemeinschaft gezogen. Die einzelnen Erzählperspektiven verweben sich zu einem detailreichen und mitreißenden Gesamtbild, ohne auch nur im Geringsten unruhig oder verwirrend zu werden. Große Erzählkunst.

Anne Goldmann, Das Leben ist schmutzig. Ariadnekrimi 1194, Argument Verlag Hamburg 2011

gelesen von Jule Blum