Annette Berr: Die Stille nach dem Mord

In einer winterlich verlassenen Ferienhaussiedlung im norddeutschen Flachland machen Jana und Frike ihren ersten gemeinsamen Urlaub. Jana wird krank und als ihr Fieber bedrohliche Höhen erreicht, macht sich Frike auf den Weg um Hilfe zu holen. Als Jana Tage später aus ihren Fieberträumen erwacht, ist Frike verschwunden. Auf der Suche nach ihr findet Jana Unterschlupf in einem nahe gelegenen, gar nicht so idyllischen Bauernhof und unverhofften Beistand, vor allem vom schwulen Sohn Ole. Unterstützt durch das schräge Herausgeberpaar der regionalen Landgazette taucht Jana tief in die morastigen Abgründe der Heide-Provinz und findet heraus, dass sie Frike eigentlich gar nicht gekannt hat.
Ein unglaublich brutales, verstörendes Buch, bedrohlich und morbide. Gewiss keine Lektüre für Leserinnen, die sich weder mit Gewalt noch dem Thema „Liebe“ zu Tieren in seinen verschiedenen Facetten auseinander setzen wollen. Und doch ist es ein grauenhaft spannendes Buch geworden, das weit über die Buchdeckel hinaus beschäftigt. Spätestens mit diesem Thriller ist es Annette Berr gelungen, sich in die Liga der ganz Großen zu schreiben: „Die Stille nach dem Mord “ bringt sie ohne jeden Zweifel auf Augenhöhe mit Thea Dorn, Patricia Cornwall oder Val McDermid.

Annette Berr, Die Stille nach dem Mord. Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, Tübingen 2007

gelesen von Jule Blum