Antonia Becker: Vielleicht fühlt sich Liebe so an

Lynns Leben ist Langeweile pur. Der Job als Sekretärin, das abgebrochene Studium, der strebsame Beinahverlobte Jonas: alles einfach nur öde. Vielleicht liegt es daran, dass die Begegnung mit Sascha, der wortkargen Stonebutch, so nachhaltig wirkt? Es beginnt eine heftige Affäre, die für Lynn einiges auf den Kopf und scheinbar alles in Frage stellt, obwohl ein Happyend ganz sicher nicht auf dem Spielplan steht. Denn da gibt es schließlich Katja, mit der Sascha seit vielen Jahren ihr Leben teilt. Und die Frage, was Lynn eigentlich aus ihrem Leben machen will…

O, nicht schon wieder ein Coming-out-Roman, war, ehrlich gestanden, meine Reaktion, als ich den neuen Roman von Krug&Schadenberg in Händen hielt. Doch manchmal überrascht das Leben auch eine Rezensentin liebevoll mit einem Geschenk und zu diesen gehört mit Sicherheit Antonia Beckers Erstling. Das klug komponierte Buch zwingt weder zu seitenlangem Mitleiden selbstzweifelnder Inneneinsichten, noch zur unfreiwilligen Teilhabe an Sinnkrisen á la soll-ich-oder-lieber-doch-nicht?, sondern erzählt einfach eine kleine Geschichte über die Liebe, über ihre vielen verschiedenen Gesichter und darüber, wie sie sich vielleicht anfühlt. Wunderbar!

 

Antonia Becker, Vielleicht fühlt sich Liebe so an. Verlag Krug & Schadenberg. Berlin 2012

gelesen von Jule Blum