Bohnet/Pleitgen: Freitags isst man Fisch

Physikstudentin Nikola Rührmann lernt auf einer Party die schöne Julia kennen. Diese trauert um ihren kürzlich verstorbenen Kommilitonen Kai. Julia ist überzeugt, dass Kais Tod mitnichten der Unfall gewesen ist, als welchen die Polizei ihn behandelt. Um Julias Herz für sich zu gewinnen, erklärt Nikola sich bereit, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Tatsächlich scheint sich Julias Verdacht recht schnell zu bestätigen, doch da steht Nikola unversehens schon vor der nächsten Leiche.

Regionalkrimis sind der große Renner, leben von der Detailgenauigkeit und dem Wiedererkennen der Lokalitäten. Auch Freitags isst man Fisch bietet eine Menge Lokalkolorit, manchmal fast ein wenig übertrieben, denn jedes Schlagloch in Fuhlsbüttel muss ich ja nun wirklich nicht wiederfinden.

Und: Sind die Ariadneladies nicht eigentlich mal angetreten, die Krimis von Frauen in ihrer Reihe zu veröffentlichen? Nun ist mit dem AutorInnenduo Bohnet und Pleitgen sozusagen durch die Hintertür ein männlicher Autor aufgenommen worden, da hilft auch das gewundene Vorwort von Else Laudan über Originalität und die Freude über Manuskripte mit Perspektiven nicht. Wenn mir dann auch noch von diesem schreibenden Mutter-Sohn-Paar eine lesbische Protagonistin präsentiert wird, nimmt es nicht wunder, dass die Figur der Nikola so hölzern und uninspirierend daherkommt. Schade.

 

Bohnet und Pleitgen, Freitags isst man Fisch. Ariadne Krimi 1177, Argument Verlag, Hamburg 2009

 

gelesen von Jule Blum