Carmen Bregy: Im Stillen umarmt

Carmen Bregy: Im Stillen umarmt

Carmen Bregy: Im Stillen umarmtDer erste Roman der Baseler Werbetexterin/ Konzepterin erzählt von der Liebe zweier Frauen, die irgendwie weder mit, noch ohne einander leben können. Im Grunde genommen erzählt nur eine der beiden das ewige Auf und Ab, das zueinander Hin und voneinander Weg, jedoch mit einer Wankelmütigkeit, dass ich beim Lesen das eine oder andere Mal zurückgeblättert habe, um zu prüfen, ob mir ein Wechsel der Erzählebene entgangen sein sollte.

Gebraucht habe ich für diesen Roman länger, als die Seitenzahl (einhundertsechsundfünfzig) vermuten ließe. Die Zeilen reihen sich zu Seiten, die Protagonistinnen trennen sich, verreisen miteinander, erklären sich ihre Liebe, auf die sie sich doch nicht einzulassen wagen, weisen die andere zurück, sehnen sich nach Zweisamkeit und versuchen sich voneinander zu lösen, was schmerzhaft misslingt. Spätestens in der Hälfte des Buches ist die Leserin wohl genauso verzweifelt, wie die Freundinnen der Protagonistin, kennt doch wohl jede ähnliche Paardynamiken im eigenen Umfeld. Sprachlich brilliert Bregy. Ihre poetische Ausdruckskraft zeugt von einer Sprachverliebtheit, mit der sie uns künftig hoffentlich noch so manche spannende Geschichte erzählen wird.

 

Carmen Bregy. Im Stillen umarmt. Querverlag. Berlin. 2009

gelesen von Elke Heinicke