Carolin Schairer: Riskantes Spiel.

Mit schöner Regelmäßigkeit erscheinen sie inzwischen, die Romane aus der Feder der in Wien lebenden Autorin Carolin Schairer.  Die Leserin kann sich drauf verlassen, dass es pünktlich neuen Lesestoff fürs Reisegepäck oder die langen Leseabende in der dunklen Jahreszeit gibt. Was mir gefällt an ihren Romanen, ist die Vielfalt ihrer Themen, die stets gut recherchiert sind. Da scheint dann die Journalistin Carolin Schairer durch, die ihr Handwerk versteht und viele Themen in einer klaren, knappen Sprache aufzugreifen vermag.

In Riskantes Spiel geht es um Zwillingsschwestern, die getrennt und ohne voneinander zu wissen in unterschiedlichen Milieus aufgewachsen sind, sehr unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen haben. Mia ist Schauspielerin, wenig erfolgreich, immer klamm und lässt sich von ihren jeweiligen Liebhabern aushalten. Nadine dagegen ist die Ziehtochter eines betuchten Kleinstadtunternehmers geworden, dessen florierendes Unternehmen sie erben soll. Damit wiederum hadert ihr spielsüchtiger Stiefbruder, der leibliche Unternehmersohn. Nadines Ehemann lebt seit Jahren als Entwicklungshelfer in Brasilien, wohin Nadine reist und niemals zurückkehrt.  Die Ereignisse spitzen sich immer mehr zu, als Mia eine ungewöhnliche Rolle übernimmt: Sie soll vor Nadines Stiefvater, ihrer Tochter und im Unternehmen glaubwürdig in die Rolle ihrer Zwillingsschwester schlüpfen.  Bis zur Auflösung gibt es Mordversuche und heimliche Affären, einen vertuschten Unfallhergang, vermisste Personen, Sorgerechtsstreitigkeiten und viel kriminelle Energie rund  ums Erben.

So unterschiedlich die Zwillingsschwestern am Anfang auch erschienen sind, beginnt doch Mia mehr und mehr das Leben ihrer Schwester zu leben, die sie nun nie mehr kennen lernen wird. Und bei aller Unterschiedlichkeit, lieben sie doch die gleiche Frau und werden von ihr geliebt. Aber das wird der Leserin schon sehr zeitig klar.

Carolin Schairer. Riskantes Spiel. Ulrike Helmer Verlag. Sulzbach/Taunus. 2012

gelesen von Elke Heinicke