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Lust oder Frust für Lakhashmir?

Lakhashmir seufzt. Tief. Sehr, sehr tief. Höllenabgrundtief. Das mit der Lust bringt doch irgendwie nur Frust. Lakhashmir jedenfalls. Seit Jahren schon ist sie Single. Nichts, rein gar nichts tut sich. Nichts, rein gar nichts Lustvolles passiert ihr. Nie. Dabei ist sie doch so aufgeschlossen. Draußen macht alles auf beginnenden Frühling, nur bei Lakhashmir ist schon ewig und immer nur Winter.

Das muss anders werden, beschließt sie, denn Lust auf Lust hätte sie ja schon. Irgendwie. Geht sie das Ganze also mal systematisch an. Anzeige? Chat? Speed-Dating? Frauenreisen? Frauenferienhaus? Alles teuer oder anstrengend oder anstrengend und teuer. Und noch dazu mit ungewissem Ausgang. Garantien – Fehlanzeige und dabei ist frau in Lakhashmirs Lebensstadium schon etwas wählerischer geworden. Irgendwie.

Aber was wäre denn eigentlich gegen Elvira einzuwenden? Leise und unmelodisch trällert Lakhashmir vor sich hin „Lucky I‘m in love with my best friend“. Elvira, na klar, das ist doch was Vertrautes, was Verlässliches. Meistens jedenfalls. Kleine Macken hat ja, Anwesende mal ausgenommen, letztendlich jede. Irgendwie. Aber wie verführt Lakhashmir ihre langjährige beste Freundin? Blumen mitbringen? Da kriegt Elvira Heuschnupfen. Der Katze Leckerlis zustecken? Aber die hat Lakhashmir längst schon als eine ihrer Dosenöffnerinnen akzeptiert. Fairtrade-Schokolade schenken? Die verzehren sie bereits regelmäßig in großen Mengen. Bis ihnen ein bisschen schlecht wird. Irgendwie. Vielleicht eine Johanniskrautölmassage vorschlagen und dazu Frauenkraftlieder in den Player schieben? Oder ganz direkt: Elvira ein Liebesgedicht schreiben? Auf dem angegrauten Umweltbriefpapier mit dem Lesbenzeichen, von dem Lakhashmir noch einen halbmeterhohen Stapel neben ihrem Schreibtisch hat? Oder soll sie Elvira, wie frivol, von ihrem neuen Schlafanzug erzählen, Biobaumwolle mit Zertifikat? Und ihr dabei tief und bedeutungsschwanger, äh – voll, in die Augen schauen?

Ach, Lakhashmir ist aus der Übung. Irgendwie. Sie hat die Balzrituale vergessen. Das Senden erotischer Signale verlernt. Und ihre Verführungskünste sind wohl auch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Der reinste Frust. Irgendwie.

Ehrlich jetzt mal!

Eure Lakhashmir

Lakhashmir ist anziehend

Also, die Bekleidungsfrage geht Lakhashmir ja stets von der praktischen Seite an. Es muss wärmen und Nässe abhalten. Oder verhindern, dass ihr zu heiß wird. Je nach dem.

Und natürlich ein gewisses optisches Zeichen setzen, nämlich dass Lakhashmir nix gibt auf diesen Modewahn. Von wegen, Lesben werden immer schöner. Lesben sind schön, basta. Da braucht es kein aufwändiges Styling und bauchfrei auf’m Slutwalk.
Lakhashmir trägt umweltverträgliche Baumwolle, fair gehandelt. Am liebsten kariert und in Naturfarben. Klar. Bequeme Lederschuhe oder Wanderstiefel im Winter. Trekkingsandalen, von April bis Oktober, eisern. Lakhashmir ist anziehend weiterlesen

Lakhashmir setzt sich in Beziehung

Lakhashmir ist keine Beziehungslesbe, nein, schon dieses Wort war ihr immer etwas suspekt. Beziehung.  Klingt wie ziehen. An jemand ziehen. Zusammenziehen. Ja, auch Lakhashmir kennt das Gerücht, dass Lesben beim zweiten Date mit dem Möbelwagen vorfahren würden. Nun, Lakhashmir ist da anders, würde lieber einmal zu viel als zu wenig abwägen. Es muss ja schließlich passen. Allein deshalb kann sie das mit dem Polyzeug nicht verstehen. Ist es denn nicht schon schwierig genug, eine perfekte Partnerin zu finden?

Lakhashmir ist das seit Jahren nicht gelungen. Dabei ist sie alles andere als anspruchsvoll: Intelligent sollte sie sein, feministisch sowieso. Globalisierungskritisch, vegetarisch leben. Und treu. So ein paar grundlegende Übereinstimmungen halt. Als Frau geboren und aufgewachsen und sozialisiert und gefälligst auch so aussehen und sich so kleiden und so sprechen – von so neumodisch queerer Offenheit hält Lakhashmir nix.  Aber ansonsten gibt sie nicht viel auf Äußerlichkeiten. Nur sportlich müsste sie aussehen – nur nicht allzu sportlich sein, sonst kann Lakhashmir nicht mithalten – und groß und schlank und kurze dunkle Haare. Das ist auch schon so ziemlich alles, was Lakhashmir sich von einer potenziellen Geliebten erwartet. Na gut, wenn sie etwas Geld hat und dabei aber großzügig ist, auch nicht schlimm.  Und trotzdem findet Lakhashmir keine,  nicht mal eine. Vielleicht sollte sie es doch mal bei Lesarion probieren?

So eine ganz enge symbiotische Beziehung muss es ja nicht sein.  Lakhashmir würde darauf bestehen, dass jede ihre Freiräume behält. Samstagnachmittags so ab 16.00 Uhr könnte doch jede ihrs machen.  Zwischen Einkauf auf dem Biomarkt und Tofugrillen auf dem Balkon.

Elvira würde vielleicht zu Lakhashmir passen. Im Enst, Elvira wäre eine Option, aber die hat ja schon ihre Katze. Und als drittes Rad am Fahrrad, nö, das will Lakhashmir auch nicht.  Poly mit Katze, das geht doch irgendwie gar nicht.

Ehrlich jetzt mal.

Eure Lakhashmir

 

Lakhashmir und ihre sportliche Seite

In den letzten Jahren hat es ja massiv zugenommen. Erst fing alles ganz harmlos an und

die ersten Enthusiastinnen hat Lakashmir noch für total durchgeknallt gehalten. Doch dann ganz unmerklich wurden es immer mehr. Und mittlerweile scheint es schon zum guten Ton zu gehören, auf Geburtstagsfesten von Bodymassindex, Fettgewebsanteilen und ähnlich unappetitlichen Dingen zu schwatzen. Da schmeckt die vegane Mousse au chocolat gar nicht mehr.

Selbst die etwas Traditionelleren gehen längst trainieren, die tun es halt für einen gesunden Rücken. Lakhashmir und ihre sportliche Seite weiterlesen

Lakhashmir lehrt was

Zurzeit ist Lakhashmir ein wenig unzufrieden mit ihrem Leben. Sie fühlt sich unausgefüllt, intellektuell nicht ausreichend gefordert. Fürs Gehirn taugt der Putzjob in der Bank nicht wirklich. Und ihr Gewissen hat auch nach Jahren noch was dagegen, für die Finanzoligarchie zu arbeiten.

Schließlich hat sie auch viel gelernt. Und studiert.  Kirchengeschichte. Aber als sie sich mit dem Patriarchat überworfen hat, hat sie das auf der Stelle abgebrochen. Und zu Psychologie gewechselt. Der Abschluss ist allerdings irgendwie auf der Strecke geblieben. Ist ja eh alles akademisch-patriarchalischer Mist. Welche braucht das schon? Lakhashmir jedenfalls weiß, was sie kann. Und das ist nicht wenig, viel mehr jedenfalls als das einseitig ausgerichtete Zeug auf den Unis.

Jetzt hat sie sich überlegt, dass es nicht recht ist, ihr Wissen nur für sich zu behalten und dass sie anderen Frauen eine Menge zu geben hat. Und überhaupt wird es Zeit, dass auch Lakhashmir ein Stücken vom Kuchen abbekommt, endlich aufhört, ständig von der Hand in den Mund leben zu müssen. Sie wird Heim-Referentin! Damit ist nämlich bestimmt ein Haufen Geld zu verdienen, Lakhashmir weiß schließlich, was die Kurse in Frauenbildungshäusern kosten. Sie wird feministische Bildung in ihrer Wohnung anbieten.
Den ersten Entwurf für einen Ankündigungsflyer hat sie schon in ihren PC getippt.

Montags und mittwochs  von 17.00h bis 18.30h: Lerne deine Katze ganz besonders kennen: Katzenaura lesen und deuten.

Dass Lakhashmir diese außergewöhnliche Gabe besitzt, hat sie durch Zufall bei ihrer Freundin Elvira herausgefunden. Die hat nämlich eine Katze. Und wenn Lakhashmir die Augen ein bisschen zusammenkneift und dabei den Kopf heftig schüttelt, dann kann sie so einen wunderbaren flauschigen Lichtkranz um das Tier erkennen. Die Farben geben ihr immer Auskunft über die momentanen Befindlichkeiten der Katze. Neulich wusste Lakhashmir schon 10 Minuten ehe es passierte, dass das kleine Mistvieh Elvira kratzen würde. Hätte die mal lieber gleich auf sie gehört, anstatt  das Tier weiter mit dem Wollfaden zu ärgern!

Dienstags und donnerstags ebenfalls von 17.00h bis 18.30h (Lakhashmir ist ja auch an der nicht selbstbestimmt berufstätigen Zielgruppe interessiert): Mantraatmen.
Schließlich hat sie jahrelange Erfahrung im Mantrasingen. Und über Atemtechniken zwei Bücher gelesen. Diese beiden Dinge zusammen zu bringen, findet sie schlichtweg genial. Sie darf nicht vergessen, das zum Patent anzumelden.

Freitags hält sie sich frei, dafür denkt sie aber schon über ein Wochenendseminar dann und wann nach. Was Kreatives natürlich. Und ökologisch. Vielleicht Traumfänger basteln aus alten Autoreifen. Gegen die ganz schweren Albträume.

Nun ist ihr Flyer fertig. Etwas schlicht im Layout, aber Lakhashmir ist mit sich zufrieden. Sie bringt ihr Werk gleich in den Bioladen und mogelt ihn in einen der zahlreichen Aufsteller. Wahre Qualität braucht keinen Hochglanz, die Frauen erkennen gute feministische Bildung, wenn sie sie sehen. Wäre ja noch schöner.

Ehrlich jetzt mal!

Eure Lakhashmir