Archiv der Kategorie: Rezensionen 2007 2. Halbjahr

Lili Hahn: Bis alles in Scherben fällt. Tagebuchblätter 1933-45

Ende Januar 1933 beginnt die neunzehnjährige Lili Hahn ihre Tagebucheintragungen, in denen sie detailliert, offen und erstaunlich hellsichtig Entstehen und Etablierung des Dritten Reichs beschreibt. Mit viel politischer Klugheit analysiert sie die Mechanismen der Unterdrückung, beschreibt in klaren Worten das Funktionieren der faschistischen Diktatur.

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Kristina Reiss: Gender-Sprachbewusstsein bei Jugendlichen in Ost und West.

Ist meine Mutter nun Arzt oder Ärztin? Ist der Suffix „–in“ Garant für mehr Sichtbarkeit weiblicher Leistung? Oder macht der Suffix die feminine Personenbezeichnung zur markierten und damit lediglich von der maskulinen Vorlage abgeleiteten Variante, die Zweitrangigkeit assoziiert? Verschwindet bei der generischen Verwendung der maskulinen Bezeichnung die Medizinerin aus den Köpfen oder wird die Leistung der weiblichen Spezialistin der der männlichen Kollegen gleichgestellt? Bringt uns die bewusste Verwendung der weiblichen Berufsbezeichnungen einer realen Gleichstellung näher oder verschleiert sie viel mehr die gläserne Decke, an die Frauen immer noch stoßen?

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Nicki Pawlow: Die Frau in der Streichholzschachtel

In der Geschichte spielt sie tatsächlich eine Rolle: die Streichholzschachtel. Keine gewöhnliche Streichholzschachtel, sondern eine mit einem vergoldeten Ginkoblatt verzierte Schachtel, auf deren Boden eine Telefonnummer steht. In die Manteltasche des berühmten westdeutschen Fernsehjournalisten geschmuggelt, sollte sie einst einer jungen Frau aus der DDR und ihrem kleinen Sohn zur Ausreisegenehmigung verhelfen. Dann begleitet die Schachtel den Journalisten als Talisman und wird von ihm nach einem Seminar an eine junge Frau weitergereicht, die diese Gabe des angebeteten Idols fortan wie einen Schatz hütet.

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Irmgard Barta: Engel morden einsam

Katrin Hauser, Immobilienmaklerin in der Babypause, lebt mit Mann und Söhnen in einer idyllischen Vorstadtsiedlung von Graz. Doch jedes Paradies hat seine Schlange: Monika Wachter, giftige Nervensäge mit zweifelhaftem Lebenswandel, macht Katrin, ihrer Vermieterin, das Leben schwer. Und dann liegt sie tot in ihrer halb ausgeräumten Wohnung und die Polizei hält Katrin für die Hauptverdächtige. Die Ermittlungen verlaufen im Sand, aber als Katrin in der Wohnung ihrer Ex-Mieterin einen mysteriösen Zettel entdeckt, beschließt sie, der Sache auf eigene Faust nachzugehen. Zusammen mit ihrer Freundin Teresa begibt sie sich auf eine gefährliche Fahrt nach Tschechien, ohne zu ahnen, wie nahe sie dem Mörder von Monika Wachter gekommen ist.

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Tereza Vanek: Schwarze Seide.

Die Druckfarbe auf den Seiten dieses Romans war noch nicht ganz getrocknet, als er bereits heftige Diskussionen in der Leserinnenschaft auszulösen begann. Was war geschehen? Schon auf der ersten Lesung entzündeten sich die Kontoversen um die Frage, ob Schwarze Seide rassistisches Gedankengut transportiere. Mich erreichten diese Erregungswellen noch schneller, als das vom Verlag zugesandte Rezensionsexemplar. Umso aufmerksamer machte ich mich an die Lektüre.

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