Archiv der Kategorie: Rezensionen 2010 2. Halbjahr

Delphine de Vigan: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

Der preisgekrönte Roman der Autorin, der im vergangenen Jahr unter dem Titel No & ich bei Droemer erschien, war mir noch in lebhafter Erinnerung. Mit der Geschichte um das hochbegabte Mädchen Lou und die junge Obdachlose No hatte die Autorin außergewöhnliche Beobachtungsgabe, scharfen Verstand und bewundernswertes Erzähltalent unter bewiesen. Delphine de Vigan: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin weiterlesen

Karen-Susan Fessel: Leise Töne

Fessel, Karen-Susan - Leise TöneKaren-Susan Fessel versteht es, Geschichten zu erzählen, Spannungsbögen aufzubauen und genau die Probleme aufzugreifen, die die lesbische bzw. queere Community bewegen. Zunehmend sind das Transgenderproblematiken. Immer aber geht es um die Selbstfindung sehr junger oder auch nicht mehr ganz so junger Protagonistinnen, das Spiel mit und zwischen den Geschlechtern ist eines von Fessels Hauptthemen.

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Simone Frieling: Im Zimmer meines Lebens. Biographische Essays über Sylvia Plath, Gertrude Stein, Virginia Woolf, Marina Zwetajewa u.a.

Virginia Woolf, deren berühmter Oxforder Vortrag (A Room of One’s Own – Ein eigenes Zimmer) neben einer gleichlautenden Gedichtzeile von Anne Sexton namensstiftend  für diesen wunderbaren kleinen Essayband gewesen sein dürfte, wird ebenso kenntnisreich und berührend porträtiert wie Katherine Mansfield, Gertrude Stein, Marina Zwetajewa, Natalia Ginzburg, Sylvia Plath, Anne Sexton, Else Lasker-Schüler, Elisabeth Langgässer und Kate Millett. Simone Frieling: Im Zimmer meines Lebens. Biographische Essays über Sylvia Plath, Gertrude Stein, Virginia Woolf, Marina Zwetajewa u.a. weiterlesen

Eva Kollisch: Der Boden unter meinen Füßen

1938 kommt die 10jährige Eva Kollisch mit einem jüdischen Kindertransport nach England, 1940 ist die Familie nach teilweise dramatischen Verwicklungen in New York wieder vereint. Glück gehabt? Verglichen mit anderen sicherlich, aber lässt sich Leid denn tatsächlich vergleichen und gewichten? Beim Opferranking gewinnen doch immer nur die anderen. Kollisch beschreibt in ihrem anrührend mutigen Buch, wie das Gefühl des „Andersseins“ sie seit frühester Jugend begleitet, vom dumpfen, gar nicht mal so persönlich gemeinten Antisemitismus ihrer österreichischen Kindheit bis hin zu dem Gefühl, sich als Lesbe nicht zeigen, nicht outen zu können. Eva Kollisch: Der Boden unter meinen Füßen weiterlesen

Ruth Landshoff-Yorck: In den Tiefen der Hölle

Die jungen Adlige Ellianne de Marsec arbeitet als Assistentin des Pariser Polizeipsychologen Doctor Lorme, der  mit der Aufklärung der Ermordung dreier Frauen beschäftigt ist. Die Polizei scheint mit den Ermittlungen überfordert.  Ellianne, ihr Mann und ihre Freunde und schließlich auch Lorme selbst werden in das grausame Spiel des Mörders hineingezogen, was für den Doctor ebenfalls fast tödlich endet. Ruth Landshoff-Yorck: In den Tiefen der Hölle weiterlesen