Archiv der Kategorie: Rezensionen 2014

Luise F. Pusch: Gerecht und Geschlecht. Neue sprachkritische Glossen

Gewohnt scharfzüngig und wortgewandt nimmt Luise F. Pusch sich des Deutschen und der Deutschen an, nimmt aufs Korn, beim Wort, auf die Schippe und vor allem nicht so wichtig. Denn auch wenn sich was getan hat in Sachen weiblicher Sichtbarkeit in der Sprache, bleibt doch immer noch genug zu tun; gerecht im Geschlecht geht es noch lange nicht zu, wie zum Beispiel die gequälten Aufschreie nach der Einführung des generischen Femininum an der Leipziger Uni gezeigt haben. Und so wird sie nicht müde, den Spiegel vorzuhalten und bleibt – Göttin sei Dank – laut, die Luise!

Luise F. Pusch, Gerecht und Geschlecht. Neue sprachkritische Glossen. Wallstein Verlag, Göttingen 2014

gelesen von Jule Blum

 

Cornelia Jönsson: Fischfang.

Cornelia Jönsson - Fischfang. Liebesgeschichten.Achtundzwanzig Liebesgeschichten der Autorin umfasst das Bändchen. Eine Studentin entdeckt ihre Lust mit einer älteren, erfahreneren Fotografin. Vampirinnen sammeln Küsse, tanzen mit Jungen.  Lesbenpaar mit Kinderwunsch. Erinnerungen an stürmische 70er Jahre.  Zügelloser Sex und Wahnsinn. Mord. Lust am Schmerz. Sexuelle Abhängigkeit. Grenzenlose Hingabe. Nixen und Unterwasserwelten. Lesbisch, hetero, bi und Facetten zwischen allen Schubladen.

Bunt sind die Welten, in die Cornelia Jönsson die LeserInnen entführt. Mal beglückend, mal verstörend. In jedem Fall aber lebendig und brillant in ihren messerschaft gesetzten Worten. Ein sprachlicher Genuss!

Cornelia Jönsson. Fischfang. Konkursbuch Verlag. Tübingen. 2013. Bestellen…

gelesen von Elke Heinicke

Marianne Schmidbaur, Helma Lutz, Ulla Wischermann (Hg.innen): Klassikerinnen feministischer Theorie. Band III. Grundlagentexte ab 1986.

Ein Lese- und Arbeitsbuch zum Studieren, Informieren, Erinnern. Autorinnen unterschiedlicher Fachgebiete mit ihren Beiträgen zur feministischen Theorie werden vorgestellt. Neben einem biografischen Abriss jeder Autorin gibt es eine zusammenfassende Würdigung ihres Werkes und je zwei „Leseproben“, die Positionen und Schreibstil deutlich werden lassen und Lust auf Weiterlesen machen.

Mit der Zäsur 1986 spiegeln die Texte insbesondere die Zeit wieder, als das „einheitlich gedachte Bewegungssubjekt“  WIR FRAUEN zunehmend wegen der Ausblendung von Diskriminierungserfahrungen innerhalb der Bewegung in die Kritik gerät. Schwarze Frauen melden sich zu Wort, die Mittäterschaft von Frauen im Nationalsozialismus wird diskutiert, der „Streit um Differenz“ entzündet sich.

Marianne Schmidbaur, Helma Lutz, Ulla Wischermann (Hg.innen): Klassikerinnen feministischer Theorie. Band III. Grundlagentexte ab 1986. weiterlesen