Christine Lehmann: Mit Teufelsg’walt

Dass die allgegenwärtigen Regionalkrimis auch durch weitaus mehr bestechen können als an Besessenheit grenzende Detailgenauigkeit, beweist in Mit Teufelsg’walt nun schon zum achten Mal die Lichtgestalt der deutschen Krimilandschaft, Schwaben-Ikone Christine Lehmann, unangefochtene Königin des Wortwitzes und der packenden und unglaublich gut recherchierten Kriminalgeschichten.

In Lisa Nerz’ neuestem Fall stolpert die engagierte Journalistin buchstäblich über ein Kind. Dass dieses ausgerechnet auch noch unter der Leiche einer Familienrichterin liegt, macht den Fall ausgesprochen kompliziert und dunkle Ränder an der neu entdeckten Vater(Mutter?)freude von LebensgefährtIn Richard Weber. Im weiteren geht es um Inobhutname durch das Jugendamt, verschwundene Kinder und Pflegegeldbetrug.

Unglaublich spannend, rasend komisch – vor allem der nie aus der Ruhe zu bringende Wirtschaftsstaatsanwalt mit dem gefundenen und nicht ganz zu Recht behaltenen „Butzele“ – eine wie immer großartig durchkomponierte Geschichte um die toughe Schwaben-Reporterin.

Mit Teufelsg’walt ist nicht nur ein Muss für alle Serienjunkies, sondern auch durchaus als Einstiegsdroge für alle diejenigen geeignet, die Christine Lehmann bisher noch nicht kennen, sollte es sie denn überhaupt geben. Ihr werdet mehr wollen!

 

Christine Lehmann, Mit Teufelsg’walt. Ariadne Krimi 1179, Argument Verlag, Hamburg 2009

 

gelesen von Jule Blum

 

P.S. Mit Entzücken habe ich grade die Ankündigung der neuen Ariadne Krimis gelesen. Auch für das Frühjahr ist ein neuer Lisa-Nerz avisiert…