Claudia Lewin: In mir ein Meer

Anne, Ehefrau und Mutter, verguckt sich in die Lesbe Benita, die als neue Kollegin in ihr Büro kommt, Benita erwischt es richtig, aber Anne tut sich schwer mit einer Entscheidung. Benita gibt auf und hat einen Unfall, von dem nicht ganz klar ist, ob es wirklich einer gewesen ist. Anne bekommt von Benitas Mutter (!) das Tagebuch Benitas (!!) zu lesen und versucht daraufhin, mit ihren Gefühlen in Reine zu kommen…

Das Buch hat gewiss einige Vorteile: Mit 160 Seiten ist frau schnell durch und es ist kein Schwergewicht, dass die Arme lahm werden lässt. Und die Schriftgröße ist so gewählt, dass auch ältere Damen wie ich tatsächlich mal wieder ohne Lesebrille auskommen.

 

Ansonsten – hätten meine Rezensionen Überschriften, diese würde lauten: In mir nichts mehr. Nichts als Überdruss und gähnende Langeweile. 160 Seiten Gejammer einer Hete, die sich nicht entscheiden kann und Gejammer einer Lesbe, die ihr trotzdem hinterhersabbert. Garniert mit den Perspektiven etlicher weiterer Personen, deren Unterscheidung erhebliche Mühe bereitete und deren Einsichten für den Fortgang der Geschichte sich mir bis zum Ende nicht wirklich erschlossen haben.

Claudia Lewin, In mir ein Meer. Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/Ts. 2012

gelesen von Jule Blum