Corinna Waffender: Sterben war gestern

In einer Rehaklinik an der Ostsee erholt sich KHK Inge Nowak, Serienheldin mittleren Alters mit mehr oder minder kleinen Macken, von den Folgen eines Autobombenanschlags und stolpert dabei sehr un(frei)willig in ihren mittlerweile dritten Fall. Eine ermordete Patientin, eine andere spurlos verschwunden und Berlin ist weit weg – Inge Nowak bleibt gar nichts anderes übrig, als sich allein an die Ermittlungen zu machen. Denn die Zeit, einen weiteren Tod zu verhindern, wird immer knapper…

Waffenders Kommissarin gewinnt mit jedem Fall mehr an Profil, wird echter und glaubhafter. Die Autorin führt ihre kantige und missmutige Protagonistin so behutsam, dass sie der Leserin ganz unbemerkt und nebenbei ans Herz zu wachsen beginnt. Der Plot ist spannend und wird auch durch die mörderischen Introspektiven nicht entschärft. Ich freue mich ernsthaft auf Ermittlung Nummer vier und hoffe, Frau Nowak geht nicht allzu bald in den Ruhestand.

Corinna Waffender, Sterben war gestern. Querverlag Berlin 2011

gelesen von Jule Blum