Dagmar Scharsich: Der grüne Chinese

In Berlin Mitte betreibt Marie Baer ein kleines Antiquariat, das sie von ihrem Opa übernommen hat. Eines Tages bekommt sie ein sehr altes, aber tadellos erhaltenes Heftchen einer Groschenromanserie angeboten. Es sind die Abenteuer der Baronesse Wanda von Brannburg, Deutschlands erster Meisterdetektivin. Die Besitzerin dieses und noch etlicher weiterer Hefte, wie sich herausstellt, ist eine alte Dame, Rose von Reventlow, die von Unbekannten terrorisiert wird, damit sie ihre Wohnung aufgibt. Zusammen mit Opa, ihrem Wohnungsgenossen und dem Neu- Lover Linus beginnt Marie, in den Romanheftchen nach einer Lösung für Frau von Reventlows Problemen zu suchen.

Mit ihrem zweiten Krimi ist Dagmar Scharsich, Autorin von Die gefrorene Charlotte, ein weiteres kriminelles Kleinod gelungen. Absolut großartig ist das Buch im Buch, eine hinreißende Hommage an Hedwig Courts-Mahler, die Marlitt und die Gartenlaube. Kurzweilig und ungemein vergnüglich zu lesen sind die haarsträubenden Eskapaden der adeligen Detektivin, rasant im Tempo und voller skurriler Einfälle um große Intrigen, die Zeppelinluftfahrt und den Kaiser. Fazit: Kaum aus der Hand zu legen und ein dicker Seufzer am Ende. Ach, wie schade, dass es schon vorbei ist!

Dagmar Scharsich, Der grüne Chinese. ariadne krimi 1180. Argument Verlag Hamburg. 2008

gelesen von Jule Blum