Daniela Schenk: Diejenige welche

Daniela Schenk - Diejenige welcheDie halb schwedische Schweizerin Liv hat eigentlich alles, was sie braucht, um mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Die Stammtisch-Clique für hilfreiche oder ungebetene Ratschläge, einen interessanten Job als Übersetzerin, einen Vater, der sie unterstützt, obwohl sie lesbisch ist und natürlich eine beste Freundin. Die selbstständige Goldschmiedin Raphaela Mandelstam, genannt Mandel, ist Fels in der Brandung und Gefährtin durch dick und dünn, sofern sie nicht gerade in eine ihrer unmöglichen Liebesaffären abtaucht. Nein, es fehlt Liv wirklich an nichts. Außer der Liebe vielleicht. Das ändert sich mit einem Schlag, als sie vom fahrenden Bus aus Vera entdeckt. Es gibt den berühmten Blitzschlag und Liv setzt alles daran, die unbekannte Schöne zu finden. Mit Sicherheit weiß sie: Vera ist diejenige welche. Doch schnell bekommt diese Gewissheit leider mehr und mehr Risse.

Auch wenn Schenk sich Mühe gibt, ihre Leserinnen davon zu überzeugen, dass diejenige welche auch tatsächlich diejenige welche ist, weiß doch die geübte Leserin recht bald, wohin die Geschichte am Ende führen wird. Aber das schmälert kein bisschen das Lesevergnügen an diesem leichten, kurzweiligen und sehr romantischen Roman. Das Leben hat schließlich Ecken und Kanten genug, wie wunderbar also, wenn es Bücher gibt, in denen am Ende auch wirklich eine „Diejenige welche“ ist. Eine Geschichte zum Träumen und Schwelgen, einfach zauberschön. Seufz!

 

Daniela Schenk, Diejenige welche. Ulrike Helmer Verlag, Königstein 2010

 

gelesen von Jule Blum