Esther Dahle: Lesbische Identitätsfindung und Lebensgestaltung.

Lesbenzentren und -freizeiteinrichtungen in Beispielen von der Neuen deutschen Frauenbewegung bis heute.
Für ihre Diplomarbeit hat unsere Neumitfrau Esther Dahle auf mündliche Quellen zurückgegriffen, die im Zusammenhang mit dem Erzählcafé zum Thema „Kino, Kneipe, Krimi… Lesben und Freizeitaktivitäten von damals bis heute“, das am 21.11.2004 im LIVAS-Thekenraum in Münster stattfand, erhoben wurden. Dahle untersucht Freizeitgestaltungsformen von Lesben und Heterosexuellen.

Die Autorin zeigt auf, in welchen Aspekten sich lesbische Freizeitgestaltung von sich an der heterosexuellen Mehrheit orientierenden Freizeitangeboten unterscheidet und geht dabei auf die Bereiche Sport, Film, Fernsehen und Literatur, Zeitschriften, Unternehmungen mit der Familie, Musik, Kunst, Wissenschaft oder Kultur, Szenepartys, Urlaub und Reise ein.

 

Sie beschäftigt sich mit den Entwicklungstendenzen der letzten drei Jahrzehnte, beschreibt die Rolle von Institutionen und Vereinen, stellt Veränderungen im Selbstverständnis der Lesben und unterschiedliche Bedürfnisse der verschiedenen Lesbengenerationen dar.

Für eine Diplomarbeit wurde außerordentlich gut recherchiert, eine umfangreiche Literaturliste bearbeitet und viel Material gesichtet. Der Stil ist gut lesbar, eine große Anzahl zitierter Passagen machen das Buch zu einem wichtigen Dokument unserer neuesten lesbischen Geschichte. Der reichlich bebilderte Anhang ist recht hübsch, wäre aber auch entbehrlich gewesen, denn so hat das Buch, dem ein recht großer Leserinnenkreis zu wünschen gewesen wäre, leider einen viel zu hohen Preis – und selbst zur Rezension hatte ich nur die Datei zur Verfügung, was den Lesegenuss doch erheblich geschmälert hat. Schade…

Esther Dahle. Lesbische Identitätsfindung und Lebensgestaltung.
Lesbenzentren und -freizeiteinrichtungen in Beispielen von der Neuen deutschen Frauenbewegung bis heute
VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2007