Eva Gründel: Teuflische Weihnachten

In ihrem zweiten Kriminalfall ermittelt die forsche Reiseleiterin Elena Martell in Neapel, wo ausgerechnet während eines großen Festes zu Ehren des Heiligen San Gennaro eine unheimliche Mordserie ihren Anfang nimmt. Stets tauchen nach den Morden geschnitzte Teufelsfiguren auf, die in eindeutigem Bezug zu den Opfern stehen. Und auch die Ermordeten erweisen sich nicht gerade als Unschuldslämmer, so dass Elena bei ihren eigenmächtigen Nachforschungen in höchste Gefahr gerät.
Die selbstbewusste, unerschrockene und doch auch manchmal ein wenig blauäugige Reisebegleiterin hat definitiv das Zeug zur Serienheldin. Egal, ob sie ihre Reisegruppe um sich schart wie eine Glucke ihre Küken, quasi undercover einen Kleindealer in Sicherheit eskortiert oder fachkundig über Krippenschnitzereien plaudert, immer bleibt die Figur lebensnah und ungekünstelt und die Leserin nimmt ihr auch noch die haarsträubendsten Abenteuer ohne zu Fragen ab. Autorin Eva Gründel überzeugt erneut mit einem unterhaltsamen und spannenden Lesevergnügen, das durch die lebendigen und kundigen Beschreibungen der Handlungsorte außerordentlich gewinnt, ohne durch übergroße Detailgenauigkeit zu langweiligen. Teuflische Weihnachten ist zu jeder Jahreszeit unbedingt empfehlenswert und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Eva Gründel, Teuflische Weihnachten. Molden Verlag Wien-Graz-Klagenfurt 2010

gelesen von Jule Blum