Eva Sachs: „Die Vergangenheit ist jeden Tag in mir“. Briefe aus dem Ghetto Theresienstadt – Widerhall meiner Jugend

„Im Jahr 1941 schien mein Name auf der Liste von Menschen auf, die für die Deportation in das Konzentrationslager Terezin bestimmt waren, das auf Deutsch Theresienstadt heißt. Ich war damals 17 Jahre alt.“ Zusammen mit ihren Eltern wurde Eva Sachs aus Brno verschleppt und sie überlebte als einzige ihrer großen Familie. Bis 1943 – ab da ließen es ihre physische und psychische Verfassung nicht weiter zu – schrieb sie zahlreiche Briefe an Blazi, eine mutige nichtjüdische Freundin und ehemalige Mitschülerin.
Diese Briefe sind zugleich der Versuch, ein Stück Normalität in der Hölle des KZ aufrecht zu erhalten sowie ein eigener, ganz privater Akt der Widerständigkeit. Darüber hinaus sind sie, gelesen vor dem Hintergrund ihrer eigenen Kommentare, ein erschütterndes Zeugnis einer Überlebenden.
Ein wahrhaft bewegendes und ungeheuer wichtiges Buch, mit Sicherheit ein ebenso bedeutendes Dokument wie Anne Franks Tagebücher. Ein schmales Bändchen, illustriert mit Zeichnungen der Autorin, dem ich es wünsche, dass es in jeder Bibliothek zu finden sein und in jeder Schule gelesen werden möge.

Eva Sachs. „Die Vergangenheit ist jeden Tag in mir“. Briefe aus dem Ghetto Theresienstadt – Widerhall meiner Jugend, Verlag Der Apfel, Wien 2007

gelesen von Jule Blum