Heidi Knake-Werner: In roten Schuhen. Meine politischen Wege

Heidi Knake-Werner, von 2002-2009 Sozialsenatorin in Berlin, erzählt in ihrer Autobiografie, wie sie ihr politischer Weg von der SPD über die DKP schließlich bis zur PDS/Die Linke geführt hat. Ausschlaggebend für ihr Interesse an politischer Arbeit und für die Bildung ihres politischen Gewissens waren zwei Besuche in Polen Anfang der 1970 er Jahre und die Auseinandersetzung mit den Folgen des Naziterrors, die sie, wie sie schreibt, „zu einer gleichermaßen zornigen wie hartnäckigen Antifaschistin“ gemacht haben.

Eine linke Biografie im Westen – vieles liest sich vertraut, überschneidet sich mit eigenen Erinnerungen. Manches hätte sich etwas straffen lassen, wer wann welche parteipolitischen Strategien entwickelt hat, interessierte selbst mich als politisch recht interessierte Leserin nicht gar so ausführlich. Auch Gregor Gysi ist mir ein bisschen zu sehr Lichtgestalt geworden, um wirklich glaubwürdig zu sein.
Nichtsdestotrotz ist es ein wichtiges Buch, denn noch immer gibt es viel zu wenig zu lesen über die Frauen in der Politik und noch viel weniger über die linken Frauen, sozusagen die roten Socken in den roten Schuhen.

Heidi Knake-Werner, In roten Schuhen. Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/Ts. 2011

gelesen von Jule Blum