Heyo Rahm (Hrsg.): Hermine Heusler-Edenhuizen. Die erste deutsche Frauenärztin.

Fesselnd lesen sich die von dieser faszinierenden Frau selbst verfassten Lebenserinnerungen. Sie erzählt von ihrer Kindheit in Ostfriesland, von ihrem Wunsch nach Bildung, der sich erfüllt, als Helena Lange Gymnasialkurse für Mädchen einrichtet. Bei Helene Lange bereitet sich Hermine Edenhuizen nicht nur auf die später mit Erfolg bestandene Abiturprüfung vor, sondern eignet sich Ideen der Frauenbewegung an, denen sie ein Leben lang treu bleiben wird. Später studiert sie Medizin, überwindet alle Hindernisse, die Studentinnen in den Weg gelegt werden, wird Frauenärztin und lässt sich in Berlin nieder. Sowohl in ihrer Praxis, als auch im Deutschen Ärztinnenbund, deren Gründungsvorsitzende sie ist, tritt sie engagiert gegen soziale Ungerechtigkeit, für die Emanzipation der Frau, insbesondere für ihre Anerkennung im Berufsleben ein. Sie engagierte sich gegen den §218, war erfolgreich im Kampf gegen das Kindbettfieber und bezog auch kritisch Stellung gegen den Nationalsozialismus. Ergänzt werden ihre Erinnerungen durch Fotos, Dokumente, Texte aus ihrer Feder, Zeitzeugenberichte.

Ein Buch über ein Lebenswerk, das nichts von seiner Aktualität verloren hat in einer Zeit, da Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen noch immer ein Thema ist.

Heyo Rahm (Hrsg.). Hermine Heusler-Edenhuizen. Die erste deutsche Frauenärztin. Verlag Barbara Budrich. Olpaden.2006

gelesen von Elke Heinicke