Hg.innen Steffi Richter und Jaqueline Berndt: J-Culture.

Japan ist angesagt bei jungen Leuten, Teenagern zeichnen Mangas und beginnen Japanisch zu lernen. Was macht den Reiz der J-Culture aus, was ist überhaupt unter diesem Begriff zu fassen? Ich habe mit der Lektüre dieses Lesebuchs Neuland betreten, bin auf Entdeckungsreise gegangen und habe es keine Minute bereut. Anschaulich wird erläutert, was J-Pop sowohl in Japan als auch international so erfolgreich gemacht hat. Die Verbindung zwischen J-Literatur und Popkultur wird beleuchtet. Für eine Leserin ohne Vorkenntnisse erhellen sich endlich die Inhalte solch unverständlicher Zeichentrickphänomene wie Mangas und Anime. Warum es der Gipfel der Mädchenmangas sein soll, dass zwei schule Helden miteinander Sex haben, hat sich mir immer noch nicht erhellt, aber dass Mangas nicht nur Japanerinnen Spaß machen belegen die farbenfrohen Illustrationen im Buch, die von deutschen Jugendlichen im Rahmen eines Wettbewerbs geschaffen wurden. Interessant lesen sich auch die verbalen Positionierungen der jungen Deutschen hinsichtlich der japanischen Kultur. Weiterhin geht es um Themen wie japanische Architektur, das Bild Japans in der Autowerbung, das Verhältnis von Japan und Korea, Frauen mittleren Alters als Zielgruppe von Kultur oder die traditionellen Anfeuerungsgruppen für Sportereignisse an japanischen Universitäten. Viele farbige Abbildungen und großformatige Fotos sowie ein wunderschönes Cover mit Koi-Karpfen in leuchtendem Türkis lassen das Lesebuch zu einem sinnlichen Hochgenuss werden.
 
Hg.innen Steffi Richter und Jaqueline Berndt. J-Culture. Japanlesebuch IV. konkursbuch Verlag Claudia Gehrke. Tübingen. 2008

gelesen von Elke Heinicke