Jenny Warnecke: Frauen im Strudel gewaltiger Thaten. Louise Astons „Revolution und Contrerevolution“ 1849

Jenny Warnecke erschließt für ein breites LeserInnenpublikum eine Autorin des Vormärz und der 48er Revolution in Deutschland.

Um in die Welt ziehen zu können, ging Louise Aston mit 20 Jahren eine Ehe ein, die sich allerdings recht wechselhaft gestaltete und mit einer Scheidung endete.  Aston betrieb literarische Salons und trug gern Männerkleidung und stellte provozierend  Zigarren rauchend das bürgerliche Frauenbild in Frage.  In ihren Schriften kritisiert sie heftig die Konvenienzehe und thematisiert sexuelle Gewalt in der Ehe.  Sie setzt sich mit aktuellen Fragen der Industrialisierung, sowie Themen wie freier Liebe, Atheismus, Nationalismus und Zensur auseinander. Sie wird von der Polizei bespitzelt und noch vor der Revolution zum ersten Mal ausgewiesen. Nichts allerdings kann sie vom Schreiben abhalten.

Aston wurde als radikale Frauenrechtlerin verfolgt, ihr Bild zur Karikatur einer Emanze verzerrt. Auf der anderen Seite wurde sie auch von der bürgerlichen Frauenbewegung häufig als zu provokant und radikal angegriffen.

Schon 1849, im zweiten Jahr der Revolution veröffentlichet Aston den Roman  „Revolution und Contrerevolution“, in dem sie Ereignisse aus dem Berliner Märzaufstand literarisch gestaltet. Dieser Roman wurde 1853 für preußische Leihbibliotheken verboten, es gab nie eine Neuauflage. Mit der Neuedition durch Warnecke ist nun im Ulrike Helmer Verlag der Roman neu aufgelegt worden und in Kombination mit den Sekundärtexten der Herausgeberin eine Fundgrube für alle an Frauen(Literatur)Geschichte Interessierte.

Jenny Warnecke. Frauen im Strudel gewaltiger Thaten. Louise Astons „Revolution und Contrerevolution“1849. Ulrike Helmer Verlag. Sulzbach/ Taunus. 2011

gelesen von Elke Heinicke