Karen McLeod: Auf der Suche nach der verlorenen Wimper

Karen McLeod: Auf der Suche nach der verlorenen Wimper

Karen McLeod: Auf der Suche nach der verlorenen WimperLizzies Leben ist gründlich aus den Fugen geraten. Die Liebste hat sie verlassen, weil sie herausgefunden hat, dass sie eigentlich doch mehr auf Kerle steht. Ihr Bruder Simon, der als Frau leben will und sich Amanda nennt, ist spurlos verschwunden, nachdem ihre Mutter Lizzie und ihn aus dem Haus geworfen hat. Die Fremde, neben der sie nach einem One-Night-Stand aufwacht, taugt auch nicht dazu, die düsteren Wolken der Depression zu heben, die sich schwer über Lizzie und ihr Leben legen.

Und dann teilt ihr Arzt ihr auch noch mit, dass sie schwanger sei… Karen McLeods Erstlingsroman ist eine großartig erzählte Studie über das Hereinbrechen des Chaos und darüber, wie schwer es ist, aus den umherfliegenden Trümmern eines Lebens wieder ein sinnvolles Ganzes zu machen. Es braucht Zeit, Geduld, eine Menge Energie und a little help from your friends. Mit Fug und Recht hat diese wunderbare Geschichte bereits einige lobende Kritiken bekommen. Wenn ich allerdings im Klappentext lese,“ McLeods Erzählerin ist wirklich lustig…“ (Spiegel Online) oder „Hinreißend komisch!“ (Cosmopolitan), habe ich das Gefühl ein anderes Buch in der Hand gehabt zu haben. Ich finde, Auf der Suche nach der verlorenen Wimper ist eine der anrührendsten, traurigsten und bewegendsten Geschichten, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ich war bis zur letzten Seite gefesselt und beeindruckt, wie souverän McLeod es schafft, dass am Ende doch alles gut wird, ohne auch nur das geringste bisschen in Richtung Trivialität oder Kitsch zu schliddern. Meine Empfehlung: unbedingt lesen!

Karen McLeod, Auf der Suche nach der verlorenen Wimper. Berliner Taschenbuch Verlag Berlin 2009

gelesen von Jule Blum