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Donnerstag, den 08. Dezember 2011 um 11:22 Uhr |
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Jedes Jahr Ende August, Anfang September, wünscht Lakhashmir im Supermarkt einen Komplettausfall der Klimaanlage herbei. Wenn nämlich die ersten Lebkuchen, Stollen und Weihnachts-Männer(!) auftauchen. Das passt doch höchstens in den Wirtschafts- und nicht in den Jahreskreislauf, wo die Ernte noch nicht eingebracht ist, nicht mal die im Kräutertopf auf Lakhashmirs Küchenfensterbrett. Wenn dann aber die Tage deutlich kürzer geworden sind und es richtig kalt wird, denkt auch Lakhashmir über die Festlichkeiten zum Jahresende nach. Ziemlich genervt ist sie allerdings von dem allgegenwärtigen Gedudel der Weihnachtslieder, schlimmer als Fahrstuhlmusik! Und dann die Texte! Das ist doch alles nicht wahr. Wie kann irgendwer denn tatsächlich glauben, dieses Fest wäre aus Anlass der Geburt eines Görs – eines männlichen, versteht sich – erfunden worden?
Dass die Gebärarbeit Marias festlich begangen würde, damit könnte Lakhashmir sich ja noch arrangieren, doch bevor das passiert, friert wohl eher die Hölle zu. Aber sie feiert ja sowieso lieber die Vollendung des Jahreskreises. Weiß doch jede, dass die Holle während der rauen Nächte umherzieht. Statt leerer Stiefel vor die Tür stellt sie ihr Kekse und Bonbons aufs Fensterbrett. Letzten Februar hat sie allerdings gelesen, dass die Holle sich für leckeren Süßkram mit Kindersegen bedankt. Da hat Lakhashmir sich ganz schön erschrocken, das hätte ja nun so gar nicht in ihre Lebensplanung gepasst. Zum Glück hat‘s aber nur Elviras Katze getroffen. Puh, Glück gehabt!
In diesem Jahr geht Lakhashmir die Weihnachtszeit subversiv an. Statt sich immer wieder nur zu ärgern über die dreiste christliche Überformung alter Feste und Symbole – sie sagt nur: Nikolaus! Einfach frech einen Kerl zu installieren in der Göttinnenzeit, hach, da wird Lakhashmir ja sowas von wütend, obwohl, dass so ein Bischof sich für kleine Kinder interessiert, das will sie gern glauben… Also, statt sich bloß zu ärgern, hat sie begonnen, auf ihrem Computer neue Schilder zu layouten. Der Kurs letzten Sommer, der lohnt sich echt! Und so hängen bei aldi und im Bioladen jetzt Preisschilder für Göttinnenhohlkörper, Wintersonnenwendkerzen und Raunachtsplätzchen. Nur zu merken scheint es leider niemand. Trotzdem, eine muss ja schließlich anfangen mit ein bisschen Distanz zur christlichen Dominanzkultur. Und irgendwann wird sie das schon noch gerade biegen mit dem Weihnachtsfest.
Ehrlich jetzt mal!
Eure Lakhashmir |
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Montag, den 17. Oktober 2011 um 21:43 Uhr |
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Also, die Bekleidungsfrage geht Lakhashmir ja stets von der praktischen Seite an. Es muss wärmen und Nässe abhalten. Oder verhindern, dass ihr zu heiß wird. Je nach dem.
Und natürlich ein gewisses optisches Zeichen setzen, nämlich dass Lakhashmir nix gibt auf diesen Modewahn. Von wegen, Lesben werden immer schöner. Lesben sind schön, basta. Da braucht es kein aufwändiges Styling und bauchfrei auf'm Slutwalk. Lakhashmir trägt umweltverträgliche Baumwolle, fair gehandelt. Am liebsten kariert und in Naturfarben. Klar. Bequeme Lederschuhe oder Wanderstiefel im Winter. Trekkingsandalen, von April bis Oktober, eisern. |
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Sonntag, den 14. August 2011 um 13:35 Uhr |
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Lakhashmir ist keine Beziehungslesbe, nein, schon dieses Wort war ihr immer etwas suspekt. Beziehung. Klingt wie ziehen. An jemand ziehen. Zusammenziehen. Ja, auch Lakhashmir kennt das Gerücht, dass Lesben beim zweiten Date mit dem Möbelwagen vorfahren würden. Nun, Lakhashmir ist da anders, würde lieber einmal zu viel als zu wenig abwägen. Es muss ja schließlich passen. Allein deshalb kann sie das mit dem Polyzeug nicht verstehen. Ist es denn nicht schon schwierig genug, eine perfekte Partnerin zu finden?
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Sonntag, den 05. Juni 2011 um 20:03 Uhr |
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In den letzten Jahren hat es ja massiv zugenommen. Erst fing alles ganz harmlos an und
die ersten Enthusiastinnen hat Lakashmir noch für total durchgeknallt gehalten. Doch dann ganz unmerklich wurden es immer mehr. Und mittlerweile scheint es schon zum guten Ton zu gehören, auf Geburtstagsfesten von Bodymassindex, Fettgewebsanteilen und ähnlich unappetitlichen Dingen zu schwatzen. Da schmeckt die vegane Mousse au chocolat gar nicht mehr.
Selbst die etwas Traditionelleren gehen längst trainieren, die tun es halt für einen gesunden Rücken. |
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Sonntag, den 27. Februar 2011 um 19:07 Uhr |
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Zurzeit ist Lakhashmir ein wenig unzufrieden mit ihrem Leben. Sie fühlt sich unausgefüllt, intellektuell nicht ausreichend gefordert. Fürs Gehirn taugt der Putzjob in der Bank nicht wirklich. Und ihr Gewissen hat auch nach Jahren noch was dagegen, für die Finanzoligarchie zu arbeiten.
Schließlich hat sie auch viel gelernt. Und studiert. Kirchengeschichte. Aber als sie sich mit dem Patriarchat überworfen hat, hat sie das auf der Stelle abgebrochen. Und zu Psychologie gewechselt. Der Abschluss ist allerdings irgendwie auf der Strecke geblieben. Ist ja eh alles akademisch-patriarchalischer Mist. Welche braucht das schon? Lakhashmir jedenfalls weiß, was sie kann. Und das ist nicht wenig, viel mehr jedenfalls als das einseitig ausgerichtete Zeug auf den Unis. |
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Sonntag, den 06. Februar 2011 um 10:46 Uhr |
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Lakhashmir liebt Latte
Also, Lakhashmir hat ja so ihre Grundsätze. Sie ist prinzipiell gegen jede Art von Konsum und ganz besonders gegen Imbissketten. Die stellen für sie die Reinkultur genau jenes irrwitzigen Konsumwahns dar. Bio, fair trade, regional und nur die unabhängigen kleinen Läden unterstützen -lautet ihre Maxime. Beim Kaffee ist sie allerdings schnell an ihren Grenzen, mit regional ist da leider nix und überhaupt, auch Lakhashmir hat nun mal die eine oder andere Schwäche. Das kann sie sich, wenigstens was den Kaffee angeht, auch langsam eingestehen. Schließlich hat sie sich wirklich tapfer bemüht. Angefangen von der politisch korrekten Gepa-Brühe der frühen 80er , die so sauer war, dass sie ihr Löcher in die Magenwände brannte über die verschiedenen gruselig- kreativen Getreideersatzmischungen bis hin zur Röstung selbst gesammelter Wegwarte und Eichelvorräte, letztere wochenlang im Spülkasten der Toilette gewässert, hat Lakhashmir in der Tat nichts ausgelassen. Gelernt hat sie daraus nur eines: An einen richtig gut gemachten Latte Macchiato kommt nichts heran. |
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Sonntag, den 21. November 2010 um 15:59 Uhr |
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Also gelesen hat Lakhashmir ja schon, seit sie buchstabieren konnte. Oft genug heimlich unter der Bettdecke. Ach, was ist das herrlich, in fremde Welten abzutauchen. Ihr komplettes Taschengeld ging für Bücher drauf. Und später hat sie in den Ferien sogar gearbeitet, nur um ein heißersehntes Buch kaufen zu können. Und noch später haben sie Bücher wie gute Freundinnen durchs Coming-out begleitet. Ihren Ehrenplatz im Regal haben sie bis heute – die Häutungen, der Rubinrote Dschungel und das mit der Scham, die endlich vorbei war. Und wie oft hat sie mit Stoner und Gwen gelitten. Doch ihr Lieblingsbuch ist immer noch Die Brache von Eveline Ratzel. Ach, was für eine großartige FrauenLesbenwelt!
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Sonntag, den 17. Oktober 2010 um 21:10 Uhr |
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Schon ziemlich lange wohnt Lakhashmir in ihrer gemütlichen Altbauwohnung, 3 Treppen hoch. Jugendstil, dilettantisch restauriert, aber immerhin. Kleine Küche. Bad mit klauenfüßiger Badewanne. Blick über die Dächer der Stadt. Doch wenn alle ringsum von neuen Wohnformen reden, will auch sie nicht zurückstehen. Wäre doch gelacht. Im letzten Stadtmagazin hat sie ein paar Annoncen angekreuzt. Wird sie sich mal ansehen. Das dickste Kreuz hat die Anzeige von der Frauen-Land-WG bekommen. Da ist sie gleich hingefahren. War nicht eben einfach: Drei Busse am Tag, während der Schulferien nur zwei. Landleben ohne Auto scheint ein Problem zu sein. Die Frauen waren eigentlich nett, das Haus ein wenig desolat. In einem ewig schattigen Tal kroch Feuchtigkeit schon seit Ewigkeiten die Wände hoch. Hätte Lakhashmir vielleicht aus ideologischen Gründen noch drüber hinwegsehen können, aber 15 Kilometer Luftlinie zu ihrem Lieblingscafé? Und die frischen Kräuter aus dem Bioladen wären ja welk, bis sie hier draußen ankäme. Nein, Landleben ist wohl doch nichts für sie. |
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Sonntag, den 15. August 2010 um 16:29 Uhr |
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Also, Lakhashmir ist ja schon immer der Meinung, dass Lesbischsein nicht auf Sexualität reduziert werden sollte. Obwohl, was heißt reduziert? Dieses Prickeln, die Schmetterlinge im Bauch. Tolles Gefühl. Lakhashmir hat da neulich nämlich eine großartige, umwerfende Frau kennen gelernt. Im Urlaub. Jeden Tag auf dem Weg zum Strand sind sie sich begegnet. Und als es dann einmal nur ganz wenig, fast gar nicht geregnet hat, viel weniger als an den Tagen zuvor, haben sie zusammen eine Strandburg gebaut. Ach, romantisch war das. Und plötzlich brachen die Wolken auf und beim Sonnenuntergang haben sie sich eine Bionade geteilt. Wunderbar… Ob sie miteinander…? |
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Dienstag, den 16. März 2010 um 22:08 Uhr |
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Lakhashmir hat von der Denkwerkstatt des Lesbenrings gelesen. Spannende Sache! Sie macht sich auch gern so ihre Gedanken über die Zukunft. Im Allgemeinen und im Speziellen. Na ja, eigentlich mehr so im Speziellen, wenn sie ehrlich ist. Nämlich zum Beispiel darüber, wie das werden soll mit dem Wohnen. Im Alter, wenn sie grau und klapprig ist. Da wäre so ein Lesbenwohnprojekt doch eine feine Sache. Aber es ist wie verhext. Je länger sie drüber nachdenkt, um so schwieriger scheint die Sache zu werden. |
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