Lakhashmir ist anziehend

Also, die Bekleidungsfrage geht Lakhashmir ja stets von der praktischen Seite an. Es muss wärmen und Nässe abhalten. Oder verhindern, dass ihr zu heiß wird. Je nach dem.

Und natürlich ein gewisses optisches Zeichen setzen, nämlich dass Lakhashmir nix gibt auf diesen Modewahn. Von wegen, Lesben werden immer schöner. Lesben sind schön, basta. Da braucht es kein aufwändiges Styling und bauchfrei auf’m Slutwalk.
Lakhashmir trägt umweltverträgliche Baumwolle, fair gehandelt. Am liebsten kariert und in Naturfarben. Klar. Bequeme Lederschuhe oder Wanderstiefel im Winter. Trekkingsandalen, von April bis Oktober, eisern.
Und mit etwas schlechtem Gewissen zieht Lakhashmir bei Bedarf ihre Wolfshaut an, das Unternehmen ist ja politisch so etwas umstritten, aber die Regenjacke hält seit zehn Jahren dicht und lebenslange Garantie ist versprochen. Lebenslang! Da kann sie die jetzt doch nicht schon so einfach… Farbakzente setzt sie auch an grauen Tagen. Von wegen der sichereren Sichtbarkeit.
Und wenn es ganz festlich werden soll, dann hat Lakhashmir ja noch ihre bunte Pluderhose, die hat sie nebst ihrem Namen damals aus Indien mitgebracht.
Haare schneidet ihr ja sowieso Elvira. Immer einheitlich raspelkurz, sieht ordentlich aus und ist pflegeleicht. Mit dem Haarschneiderasierdingens, kein Problem, Elvira kann das ganz prima, denn die hat mal vor Jahren ’ne Woche Praktikum im Hundesalon gemacht. Früher hatte Lakhashmir auch noch so’ne Strähne, im Nacken. Zum Zöpfchen geflochten. Sah schon schön aus, vor allem, wenn’s bunt gefärbt gewesen ist. Aber die Farben waren ja sowas von schlecht für die Haare. Das Schwänzchen wurde ganz dünn und pinselig. Also ab damit. Schade eigentlich.

Wenn Lakhashmir darüber nachdenkt, wie Lesben heutzutage so rumlaufen, wird sie fast ein bisschen ärgerlich. Was müssen die sich denn neuerdings so furchtbar „feminin“ anziehen? Haben wir dafür etwa damals die BHs verbrannt?
Und die, die nur beim Herrenausstatter einkaufen, weil sie alles andere für zu tussig und unter ihrer Würde halten, sind auch nicht viel besser. Sehen aus, wie aus der Armani- oder Boss-Kollektion geklont und sich dann empören, wenn sie aufs Männerklo geschickt werden.
Lakhashmir ist über diesen Genderkram längst erhaben. Sie trägt androgyn und praktisch. Individualität muss schließlich nicht die Welt kosten. Ehrlich jetzt mal.

Eure Lakhashmir