Lakhashmir setzt sich in Beziehung

Lakhashmir ist keine Beziehungslesbe, nein, schon dieses Wort war ihr immer etwas suspekt. Beziehung.  Klingt wie ziehen. An jemand ziehen. Zusammenziehen. Ja, auch Lakhashmir kennt das Gerücht, dass Lesben beim zweiten Date mit dem Möbelwagen vorfahren würden. Nun, Lakhashmir ist da anders, würde lieber einmal zu viel als zu wenig abwägen. Es muss ja schließlich passen. Allein deshalb kann sie das mit dem Polyzeug nicht verstehen. Ist es denn nicht schon schwierig genug, eine perfekte Partnerin zu finden?

Lakhashmir ist das seit Jahren nicht gelungen. Dabei ist sie alles andere als anspruchsvoll: Intelligent sollte sie sein, feministisch sowieso. Globalisierungskritisch, vegetarisch leben. Und treu. So ein paar grundlegende Übereinstimmungen halt. Als Frau geboren und aufgewachsen und sozialisiert und gefälligst auch so aussehen und sich so kleiden und so sprechen – von so neumodisch queerer Offenheit hält Lakhashmir nix.  Aber ansonsten gibt sie nicht viel auf Äußerlichkeiten. Nur sportlich müsste sie aussehen – nur nicht allzu sportlich sein, sonst kann Lakhashmir nicht mithalten – und groß und schlank und kurze dunkle Haare. Das ist auch schon so ziemlich alles, was Lakhashmir sich von einer potenziellen Geliebten erwartet. Na gut, wenn sie etwas Geld hat und dabei aber großzügig ist, auch nicht schlimm.  Und trotzdem findet Lakhashmir keine,  nicht mal eine. Vielleicht sollte sie es doch mal bei Lesarion probieren?

So eine ganz enge symbiotische Beziehung muss es ja nicht sein.  Lakhashmir würde darauf bestehen, dass jede ihre Freiräume behält. Samstagnachmittags so ab 16.00 Uhr könnte doch jede ihrs machen.  Zwischen Einkauf auf dem Biomarkt und Tofugrillen auf dem Balkon.

Elvira würde vielleicht zu Lakhashmir passen. Im Enst, Elvira wäre eine Option, aber die hat ja schon ihre Katze. Und als drittes Rad am Fahrrad, nö, das will Lakhashmir auch nicht.  Poly mit Katze, das geht doch irgendwie gar nicht.

Ehrlich jetzt mal.

Eure Lakhashmir