Leonie Herwartz-Emden (Hgin.): Neues aus alten Schulen – empirische Studien aus Mädchenschulen. Bd.1

Bewegt hat sie mich schon oft – die Frage, wie sich monoedukative Bildung auf Schülerinnen von Mädchenschulen auswirkt. Anhand verschiedener Studien wird dargestellt, was ich allerdings schon geahnt hatte: Es lässt sich nicht mit Sicherheit nachweisen, ob Schülerinnen von Mädchenschulen eher mathematisch-naturwissenschaftliche Leistungskurse wählen, bessere Mathematikleistungen zeigen oder gar Berufe in männlich dominierten Zweigen wählen. Auch ihre Einstellung zu Partnerschaft und Familie unterscheidet sich nicht wesentlich von der ihrer Altersgefährtinnen.

Teils sind die festzustellenden Unterschiede zu Schülerinnen koedukativer Schulen nur winzig, teils widersprechen sich Ergebnisse verschiedener Studien. Wundern tut’s mich eigentlich nicht, denn um wirklich signifikante Unterschiede zwischen beiden Schularten zu erreichen, müsste die Auflösung von überholten Geschlechterstereotypen erst einmal zum Lernziel erklärt werden. Zur Einstellung und Motivation der Lehrkräfte wurde erstaunlich wenig geforscht. In einem Fazit heißt es dann auch, dass die Konstruktion von Geschlecht … zwangsläufig durch übergreifende gesellschaftliche Werte beeinflusst und durch den Besuch einer Mädchenschule möglicherweise nur marginal, nicht aber signifikant verändert werde. Schade eigentlich…

Leonie Herwartz-Emden (Hgin.): Neues aus alten Schulen – empirische Studien aus Mädchenschulen. Bd.1 Verlag Barbara Budrich. Opladen & Farmington Hills. 2007.

gelesen von Elke Heinicke