Lesben denken Zukunft (2010)

Am Wochenende 26.-28.02.2010 hatte der Lesbenring zur zweiten Denkwerkstatt nach Frankfurt geladen. Nachdem wir uns bei der ersten Denkwerkstatt im vergangenen Jahr in Zülpich Themen wie der Sichtbarkeit von Lesben, der Rolle von Lesben in der Gesellschaft oder konkreten Handlungsmöglichkeiten im Rahmen des Deutschen Frauenrates gewidmet hatten, war der Diskussionsbedarf zu vertiefenden Fragen einstimmig festgestellt worden.

Der diesjährigen Einladung in das Frankfurter Hotel Am Berg waren 18 Lesben gefolgt, größtenteils Mitfrauen des Lesbenrings bzw. der im Dachverband vertretenen Organisationen und Gruppen, aber auch weitere Interessierte.

Die Denkwerkstatt ist konzipiert als Open Space, d.h. im ersten Teil bringen die Teilnehmerinnen ihre Ideen, Gedanken, Fragen, Themen, Impulse ein, woraus sich in der Diskussion die Diskussionsschwerpunkte des Wochenendes ableiten. In unserer Frankfurter Runde kristallisierten sich zwei Themengruppen heraus, die im Weiteren bearbeitet wurden.

 

Die erste Gruppe beschäftigte sich mit dem Themenkomplex Networking, insbesondere mit den Möglichkeiten virtueller Netzwerke. Neben theoretischen Fragen wie zur Überschneidung virtueller und realer Räume wurde die Schaffung konkreter Formen wie die eines Lesbenring-Newsletters erörtert.

In der zweiten Gruppe ging es um den lesbischen Blick auf die Ökonomie, um Möglichkeiten und Chancen der Lesbenbewegung,  Konzepte wie bedingungslose Grundsicherung oder die Vier-in-eins-Gesellschaft mit gerechterer Verteilung von Reproduktionsarbeit. Desweiteren wurden die dekonstruktivistische Macht bzw. das Radikalitätspotenzial von Lesben bezüglich der Genderrollen beleuchtet. Daraus abgeleitet wurden Grundlagen für temporäre Bündnisse. Am Ende des Wochenendes war die Diskussion bei der Rolle von Sexualität für die Definition von Lesbischsein angekommen, was weiter führte zur Frage nach dem gesellschaftlichen Gestaltungs- und Veränderungspotenzial, das lesbischer bzw. nicht heteronormativer Sexualität innewohnen kann. Diese Frage könnte einen Ausgangspunkt für unsere dritte Denkwerkstatt darstellen, zu der wir für 26.-28.02.2011 nach Charlottenberg einladen. Termin bitte vormerken!

Elke Heinicke

Pressesprecherin des Lesbenring e. V.

 

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