LFT 2013, 17. bis 20. Mai, München: Dialog der Generationen

Vier Tage Politik, Bildung, Vernetzung und Kultur bei Filmen, Vorträgen, Workshops, Konzerten, Partys und einer Demonstration: Das ist das LesbenFrühlingsTreffen an Pfingsten in München. Besonders am Herzen liegt den Macherinnen, dass in diesem Jahr mehr junge Lesben mitmachen.
Wie war es früher, sich am Arbeitsplatz zu outen, wie ist es heute? Wie leben Lesben in anderen Ländern? Welchen Benachteiligungen sind sie hierzulande noch immer ausgesetzt? Bei rund 90 Veranstaltungen geht das LesbenFrühlingsTreffen (LFT) vom 17. bis 20. Mai lesbischem Leben in all seinen Ausprägungen auf den Grund. Identität stärken, Sichtbarkeit festigen, Vielfältigkeit transportieren, Diskriminierung entgegenwirken und Austausch fördern: So lassen sich die Ziele des LFT zusammenfassen.

 

»LFT 2.013 München . . . Zeitlos lesbisch – wie lebst DU?« lautet das diesjährige Motto. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem generationenübergreifenden Dialog von älteren und jüngeren Lesben, um gegenseitige Vorurteile abzubauen. »Wir würden uns freuen, wenn ganz viele junge Lesben mit dabei wären«, sagt Maraike Stuffler vom Organisations-Team. Außerdem ist das LFT 2013 im Vergleich zu den letzten Jahren wieder politischer ausgerichtet. Die Hälfte aller Veranstaltungen widmet sich verstärkt politischen Themen. Und im Gegensatz zum vergangenen Jahr in Nürnberg gibt es beim LFT Ausgabe 2.013 keine Beschränkungen, was die Anzahl der Besucherinnen anbelangt. Die Macherinnen rechnen mit mindestens 700 Teilnehmerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus den europäischen, vor allem deutschsprachigen Nachbarländern. Gut die Hälfte davon wird voraussichtlich am Tagesprogramm teilhaben.

 

 

Offen für alle

Willkommen sind laut Veranstalterinnen ausdrücklich »alle, die auch Frauen sind und auch Frauen lieben« – also zum Beispiel auch trans- und bisexuelle Frauen. Viel Wert legen die LFT-Macherinnen außerdem auf Barrierefreiheit. So sind sämtliche Veranstaltungsorte für Rollstuhlfahrerinnen erreichbar und nutzbar, für Gehörlose übersetzen Dolmetscherinnen in Gebärdensprache. Auch stehen Assistentinnen bereit, die Besucherinnen mit Behinderung bei Bedarf unterstützen. »Damit auch lesbische Frauen mit einer Behinderung Räume vorfinden, in denen ihre Rechte, ihre Gesundheit, ihre Gedanken und ihre Sehnsüchte besonders geschützt und gefördert werden«, so Mit-Veranstalterin Sibylle von Tiedemann.
Öffentlichkeitswirksamer Höhepunkt des viertägigen Treffens ist eine Demonstration am Samstagnachmittag durch die Münchner Innenstadt. Im Zentrum steht dabei der Protest gegen die vielerorts nach wie vor bestehende Diskriminierung von Lesben. Veranstaltungsort tagsüber ist ansonsten die Hochschule München in der Lothstraße 64, deren Foyer als zentraler Anlaufpunkt dient. Die Abendevents steigen im Theaterzelt

»Das Schloss«.

Das LFT ist die größte und bekannteste nichtkommerzielle Zusammenkunft von Lesben in Europa. Die Anfänge reichen bis in die Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts zurück: Damals trafen sich in Berlin Lesben zu einem Pfingstspaziergang, der schließlich bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zur jährlichen Tradition wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg dann trafen sich Lesben erst 1970 erstmals wieder öffentlich – zwei Jahre später kam es zum ersten »Lesbenpfingsttreffen«. Schauplatz war erneut Berlin, wo die Treffen bis 1978 stattfanden. Danach wählte frau jährlich eine andere deutsche Stadt. Der Name »LesbenFrühlingsTreffen« entstand 1982 in Bremen.

Kartenvorverkauf und Infos unter www.lft-muenchen.de