Lisa Kuppler (Hg.): A Schwob, a Mord?

Auch im dritten schwäbischen Kurzgeschichtenkrimiband sind sie wieder alle versammelt, die Ladys, die in und um Stuttgart so vergnüglich morden lassen. Ob in Uta-Maria Heims großartiger RAF-Terroristinnen-Erzählung, Christine Lehmanns atemberaubender Stuttgarter Fahrradrallye, der gruseligen Bunker-Rachestory von Angelika Scholz oder in Katrin Kremmlers schlüsselfertigem Spionagealbtraum, um nur einige zu nennen, wieder wird im beschaulichen Kehrwochen-Ländle aufs trefflichste um die Ecke gebracht.
Ein ungemein schwer aus der Hand zu legendes Buch, fatal dazu angetan, die Stunden bis zum Weckerklingeln auf ein lächerliches Nichts schrumpfen zu lassen. Und dennoch hege ich die innige Hoffnung, dass den auf dem Papier mordenden Schwäbinnen ihre kriminell-kreative Energie noch lange nicht ausgehen möge. Mein absolutes Highlight in diesem Band ist die Geschichte von Madeleine Giese Der bequämere Weg: Unnachahmlich, unwiderstehlich, bezaubernd, wenn die ganz normal wahnsinnige Esslinger Hausfrau zwischen Flädlesupp und Himbeermarmelade zur Täterin wird. Aber so isch’s halt, gelt?

Lisa Kuppler (Hg.), A Schwob, a Mord? Ariadne Krimi 1178, Argument Verlag Hamburg 2008

gelesen von Jule Blum