Litt Leweir: Migräne

Leweir, Litt - Migräne

Die Autorin Toni verdient sich ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Büchern übers Internet. Während eines drückend heißen Sommers wird ihre Konzentration immer wieder gestört durch den penetranten Gestank von Räucherstäbchen und laute Musik. Gift für ihre Migräne. Auch der Therapeut Joshua leidet unter Lärm und Kopfschmerzen. Und unter den Nachstellungen einer seltsamen Mieterin.

Dann wird eine Leiche gefunden und die Kommissarin Monika Haberstroh beginnt zu ermitteln. Doch die nicht enden wollende Hitze lässt sie ihre professionelle Distanz vergessen und sie kommt Toni näher, als sie will. Wie weit ist Toni gegangen, um ihre Ruhe zu haben? Oder wie weit Joshua?

Auf über 500 Seiten verwickelt Litt Leweir ihre Leserinnen in ein düsteres Verwirrspiel voller Obsessionen, Sein und Schein verschmelzen in brütender Sommerhitze. Etwas Straffung hätte diesem Thriller auf jeden Fall gut getan, hätte es manchmal leichter gemacht, an der Geschichte zu bleiben. Ganz sicher aber entwickelt der Roman einen verstörenden Sog und die überwältigende Hitze eines Berliner Sommers klebt fast spürbar auf der Haut.

Litt Leweir, Migräne. Thriller. konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, Tübingen 2009

gelesen von Jule Blum