Marianne Schmidbaur, Helma Lutz, Ulla Wischermann (Hg.innen): Klassikerinnen feministischer Theorie. Band III. Grundlagentexte ab 1986.

Ein Lese- und Arbeitsbuch zum Studieren, Informieren, Erinnern. Autorinnen unterschiedlicher Fachgebiete mit ihren Beiträgen zur feministischen Theorie werden vorgestellt. Neben einem biografischen Abriss jeder Autorin gibt es eine zusammenfassende Würdigung ihres Werkes und je zwei „Leseproben“, die Positionen und Schreibstil deutlich werden lassen und Lust auf Weiterlesen machen.

Mit der Zäsur 1986 spiegeln die Texte insbesondere die Zeit wieder, als das „einheitlich gedachte Bewegungssubjekt“  WIR FRAUEN zunehmend wegen der Ausblendung von Diskriminierungserfahrungen innerhalb der Bewegung in die Kritik gerät. Schwarze Frauen melden sich zu Wort, die Mittäterschaft von Frauen im Nationalsozialismus wird diskutiert, der „Streit um Differenz“ entzündet sich.

Vorgestellt werden:

  • Rosi Braidotti, die Grenzziehungen in Frage stellt.
  • Judith Butler, die als poststrukturalistische Feministin, die den traditionellen Feminismus mit seinen identitätspolitischen Annahmen in Frage stellt und das Performativitätskonzept entwickelt.
  • Patricia Hill Collins, die die Erfahrungen „Schwarzer Frauen“ in den Mittelpunkt ihrer Forschungen zu Race, Class, Gender stellt und als Pionierin der Intersektionalitätsdebatte  gilt.
  • Raewyn W. Connell, die die neue Männerforschung mitbegründete und als Beraterin von UNO und UNESCO die Entwicklung von Programmen zu Geschlechtergerechtigkeit und Frieden unterstützt.
  • Nancy Frazer, die „demokratische Sozialistin und Feministin“, die sowohl den erstarkenden Neoliberalismus, als auch den die heterosexuelle Matrix stärkenden neoliberalen Pseudo-Feminismus kritisiert.
  • Ute Gerhard, eine Pionierin der Frauen- und Geschlechterforschung in Deutschland.
  • Donna Haraway, eine Vertreterin des Cyberfeminismus und der feministischen Technowissenschaft
  • Arlie Russell Hochschild, die Ausbeutungszusammenhänge bei der Kommerzialisierung der Gefühle untersucht.
  • Carole Pateman, die sich mit den Chancen partizipativer Demokratie und dem bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigt.
  • Joan Wallach Scott, die für die Institutionalisierung von Women’s Studies und Women’s History (Herstory) steht.
  • Eve Kosofsky Sedgewick, die Vertreterin der Lesbian and Gay Studies und Mitbegründerin der Queer Theory.
  • Gayatri C. Spivak, eine postkolonial-feministische Denkerin, die zum Thema Feminismus und Ökologie forscht.

 

 

Marianne Schmidbaur, Helma Lutz, Ulla Wischermann (Hg.innen): Klassikerinnen feministischer Theorie. Band III. Grundlagentexte ab 1986. Ulrike Helmer Verlag. Sulzbach/Taunus. 2013.

gelesen von Elke Heinicke