Nathalie Percillier: In the Milk

Nathalie Percillier - In the Milk: Die Abenteuer einer Kuh von schlichtem GemütNun, dieses Mal liegt es nicht am Wasser, die Milch macht‘s. Sie ist leuchtend blau und macht nicht unbedingt lesbisch, aber glücklich. Warum das so ist, erhellt sich nicht unbedingt, wie so manches an der skurrilen Geschichte. Es geht  durchaus um ernstzunehmende Themen: Genmanipulation im Kampf gegen den Hunger in der Welt. Lucy Fair hat für ihre Recycling-Kuh den Nobelpreis erhalten, ist eine Berühmtheit, eine Despotin und unermesslich reich dabei geworden. Es geht um Globalisierung und die Nutznießer, die in diesem Fall ein Hotel bzw. ein Altenheim gesponsert haben wollen, um das Geschäft mit der Hilfe für Entwicklungsländer.

Die Leserin trifft genmanipulierte Kühe, die Plastikabfälle fressen und damit dem globalen Müllberg zu Leibe rücken, nur leider etwas aus dem Ruder laufen und in ihrer Aggressivität nicht mehr beherrschbar sind. Nur Ute, die Kuhflüsterin mit dem uralten Wissen der heiligen indischen Kühe, kann sie zähmen. Lucy Fair will Utes Fähigkeiten für ihr Projekt nutzen, Utes Liebste Jeanne will Lucy Fairs Liebe. Dann gibt es wohl zumindest für Ute und Jeanne ein Happy End in Indien, eine marodierende Kuh, die Handtaschen von ahnungslosen Touristinnen frisst und ein paar Nebenfiguren, deren Funktion sich nicht immer erhellt.

Das Ganze kommt nicht etwa als fulminanter Roman daher, sondern als Drehbuch, was nicht weiter verwundert, ist die Autorin doch Filmregisseurin. Den Lesefluss befördert dies nicht gerade, aber die Zeichnungen haben mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht.

Vier Sterne auf der Trash-Skala. Mal was anderes eben.

Nathalie Percillier. in the milk. Die Abenteuer einer Kuh von schlichtem Gemüt. Männerschwarm Verlag. Hamburg. 2011

bestellen… 1. Juli 2011, broschiert: 168 Seiten, Verlag: Männerschwarm, ISBN-13: 978-3863000325. Verlagslink zum Buch…

gelesen von Elke Heinicke