Christine Lehmann: Pferdekuss

Christine Lehmann: Pferdekussbestellen… Die Reise in ihr Heimatdorf Vingen am Rande der schwäbischen Alb führt Lisa Nerz im sechstem Band der Krimireihe um die toughe Stuttgarter Journalistin tief deren Vergangenheit. Anlass des Besuchs in dem verhassten Kaff ist der 70. Geburtstag ihres Ex-Schwiegervaters Gallion, genannt der General, eines typisch schwäbischen Allmachtsdackels, dessen anmaßende Beleidigungen Lisa eigentlich ebenso hinter sich lassen wollte wie die muffige Enge des Dorfes, die bigotte Frömmelei ihrer katholischen Mutter und die Erinnerungen an den Unfall, bei dem ihr Gesicht mit den entstellenden Narben gezeichnet wurde.

Christine Lehmann: Pferdekuss weiterlesen

Alexandra Lavizzari: Fast eine Liebe. Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers

Fast eine Liebe, fast eine Beziehung, fast eine Geschichte? Die Beziehung von Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers ist die Geschichte von Vergeblichkeit, dem Scheitern von Hoffnungen, eben dem Fast. Und realistisch betrachtet hatten die beiden Frauen ja auch nicht den Hauch einer Chance, sich einander in einem liebevollen Verhältnis zuzuwenden. Schwarzenbach hing fest in ihrer unseligen Abhängigkeit zu Erika Mann – welcher dies nur allzu oft allzu lästig war – und schuf, bewusst oder auch nicht, für Carson McCullers eine Situation, die ein nahezu perfektes Spiegelbild dieser fatalen Ausweglosigkeit darstellte.

Alexandra Lavizzari: Fast eine Liebe. Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers weiterlesen

Swantje Steinbrink (Hg.in): Rendezvous in Paris

Mittlerweile bringt mich der Zug in wenigen Stunden bis nach Paris. Ein Wochenendtrip rückt in den Bereich der durchaus realisierbaren Träume. Inspiriert von diesem kleinen Bändchen der blue notes Serie der edition ebersbach werde ich nun wohl den Plan bei der nächsten Gelegenheit in die Tat umsetzen. Allerdings werde ich im Gegensatz zu den ProtagonistInnen der Kurzgeschichten nichts dem Zufall überlassen, sondern gleich für meine Liebste mitbuchen.
Swantje Steinbrink (Hg.in): Rendezvous in Paris weiterlesen

Demobeitrag 2008 Dresden

 

Liebe Lesben!

Im Herbst vergangenen Jahres feierten wir 100 Jahre Lesbenbewegung – mit einem beeindruckenden Geschichtsbuchprojekt des Querverlags und einem riesigen Fest in Berlin.

100 Jahre Lesbenbewegung – ein schöner Anlass zu erinnern. 1908 waren Lesben inspiriert von den Vorreiterinnen der ersten Frauenbewegung. Aufgrund des Vereinsgesetzes trafen sie sich in privaten Zirkeln, häufig getarnt als Spar- oder Wanderverein. Ob sie wohl die weltweit erste lesbenpolitische Rede der Anna Sprüngli von 1906 kannten?

1918 wurde endlich die Presse- und Versammlungsfreiheit in Deutschland durchgesetzt. Das eröffnete auch für Lesben neue Möglichkeiten. In großen Städten entstanden Lokale und Treffpunkte. Ein Jahr dauerte es noch bis zum Erscheinen des Romans „Der Skorpion“. 1928 tanzten Lesben zum Italienischen Abend im Frauenklub Violetta. Sie sangen das „Lila Lied“, die Hymne der Homo-Emanzipation und lasen mit glühenden Wangen das neu erschienene Buch „Quell der Einsamkeit“. Gedenken wir derer, die ihr Coming-out im Jahre 1938 hatten. Lokale und Treffpunkte wurden in der Zeit des Nationalsozialismus geschlossen und seit 1937 konnten selbst nicht straffällig gewordene Personen wegen abweichender Lebensweise verhaftet werden, darunter zahlreiche Lesben.

1948 war eine Frau ganz selbstverständlich Hausfrau und fürsorgliche Mutter. Keine rosigen Zeiten für Lesben! Trost spendete wenigstens die Zeitschrift „Die Freundin“. 1958 wurde jedes Wochenende in Damenfreundschaftslokalen getanzt, geflirtet und geliebt. Öffentliche Sichtbarkeit und Anerkennung von Lesben waren noch Zukunftsmusik.

1968 flog die Tomate und die 2. Frauenbewegung war geboren. Viele Lesben schlossen sich ihr begeistert an. 1978 pilgerten die Lesben im östlichen Teil Deutschlands zum Treffen nach Mahlsdorf, während lesbe im westlichen Teil ihre Liebste auf einem der legendären Frauenfeste kennen lernte und mit ihr zu den Klängen der Flying Lesbians in den Liebeshimmel schwebte. Lesestoff gab es im neu eröffneten Frauenbuchladen Amazonas in Bochum.

1988 waren die Lesben in der DDR Lieber öffentlich lesbisch als heimlich im DFD (Demokratischer Frauenbund Deutschlands). Sie hörten Jugendradio DT64, trafen sich im Sonntags-Club oder in Lesbengruppen unter dem Dach der Kirche. Auf den Film „Coming-out“ mussten sie genauso wie auf die Gründung des Unabhängigen Frauenverbandes in der Berliner Volksbühne noch ein Jahr warten. Im Westen war lesbe radikalfeministisch, Bewegungslesbe aus Überzeugung. Sie fuhr zum LFT nach Münster und wurde Mitfrau im Lesbenring, der inzwischen als bundesweiter Dachverband gegründet worden war.

1998 las lesben Ariadne-Krimis, abonnierte „Lespress“, hatte bei „Kommt Mausi raus?“ an der Mattscheibe geklebt, fuhr zum OstLesbenCamp und war natürlich in einem der zahlreichen Lesbenprojekte aktiv.
Wir begrüßen alle Lesben, die ihr Coming-out im Jahr 2008 gefeiert haben! Sie kennen die L-Word-Mädels. Sie dürfen sich verpartnern. Sie bringen Lesbys zur Welt, informieren sich online, vernetzen sich und sind neugierig auf 100 Jahre Lesbengeschichte.

Erinnern wir uns!

Es gibt eine Menge zu erzählen.
Und – jedes Jahr ist ein gutes Jahr für ein erfolgreiches Coming-out.

Elke Heinicke, Pressesprecherin des LR e.V.
Lesbenring-INFO Juni/Juli 2008

Silvy Pommerenke: Küsse in Pink. Das Lesbische Coming-out-Buch.

bestellen… Braucht es schon wieder mal ein Coming-out-Buch? Gibt es inzwischen nicht stapelweise Coming-out-Literatur?, wird sich die eine oder andere fragen. Ich bin überzeugt, dass dieser neue Ratgeber begeisterte Leserinnen finden wird. Schließlich erlebt jede Generation ihr Coming-out neu und ist es für jede junge Frau, deren Freundinnen und Eltern einzigartig.
Obwohl mein eigenes Coming-out schon eine ganze Weile hinter mir liegt und ich altersmäßig eher zur Elterngeneration der heutigen Junglesben gehöre, hatte ich beim Lesen eine Menge Spaß. Das lag vor allem daran, dass die Autorin die Informationen in kleine Geschichten verpackt. Allerdings wirken die Geschichten dann oft doch ziemlich konstruiert und sind in der Sprache sehr eindimensional. Silvy Pommerenke: Küsse in Pink. Das Lesbische Coming-out-Buch. weiterlesen