Petra Brumshagen: Schunkelfieber.

Die Autorin Petra Brumshagen ist uns noch mit ihrem Debütroman Scheinfrei aus dem Jahr 2009 in Erinnerung. Dieses Mal lässt sie (Alter Ego?) Vicky des Jobs wegen von Bochum nach München umziehen. Der Abschied vom geliebten Ruhrpott und der WG fällt schwer, umso mehr, da Vickys Vorstellung der kulturellen Unterschiede doch eine Spur klischeehaft überzeichnet wirken. So traurig sie der Abschied stimmt, ist er doch auch eine Art Flucht, der längst überfällige Schlussstrich unter die etwas missglückte Affäre mit ihrer Uraltfreundin Toni.

Vicky gerät natürlich in die mondänste WG Münchens, in eine angesagte Werbeagentur und in die Fänge der ebenso charismatischen wie skrupellosen Chefin Annabell. Alles ist neu und aufregend und doch scheint die Geschichte mit Toni noch nicht zu Ende zu sein, denn die steht plötzlich vor der Tür…

Doch vorher werden Brez‘n gegessen, Dirndl geschnürt, es wird zum Oktoberfest geschunkelt, eine Menge Alkohol getrunken – alles der in diesem Herbst so angesagte bayrische Lokalkolorit. Dazu noch ein paar etwas einfältig daherkommende Lesben, ein smarter Schwuler und eine oberflächlich tussige Sekretärin in Nebenrollen. Erzählt wird locker-flockig, allerdings ist die Geschichte recht durchsichtig gestrickt. Und, frau möge mich altmodisch nennen, aber ich glaub immer noch, dass Literatur nur eine gewisse Konzentration an Boahs, Wows, Scheißes verträgt. Wenn eine schwitz wie ein Schwein, dann finde ich das keine gelungene Metapher sondern voll scheiße. Och Männo…

Petra Brumshagen.  Schunkelfieber. Querverlag. Berlin. 2011

gelesen von Elke Heinicke