Regina Nössler: Morgen ohne Gestern

Nach einem Unfall wacht Christine Hoffmann in einem Krankenhausbett mit hellgrün gestreifter Bettwäsche auf und hat ihr bisheriges Leben komplett vergessen. Ihr Name, ihre Eltern, ihre Liebste Marion, die beste Freundin Grit, die Wohnung – nichts davon kommt ihr bekannt vor, nichts davon scheint zu ihr zu gehören. Und je mehr sie versucht sich zu erinnern, umso mehr beschleichen sie Zweifel und Beklommenheit. War sie mit Marion tatsächlich so glücklich, wie diese sich unablässig zu versichern bemüht? Wie kam es zu dem Unfall, bei dem ihr Gedächtnis zur tabula rasa wurde? Warum wird es ihr in Marions überfürsorglicher Nähe zunehmend zu eng?
Getrieben von all diesen Fragen machte sich Christine an das Aufspüren ihrer Vergangenheit und als sie Eva begegnet und sich in sie verliebt, weiß sie plötzlich wieder, wie sich Glück angefüllt hat.
Nach Tiefe Liebe, freier Fall beeindruckt Nössler auch in ihrem neuen Roman mit der subtilen Vielschichtigkeit von Gefühlen und dem Unbehagen sich auf leisen Sohlen anschleichender Beklemmung. Die Geschichte wirkt eigenartig unfertig, kaum begonnen ist sie auch schon wieder zu Ende und lässt damit jede Menge Raum, sich den eigenen Fantasien zu dem faszinierenden Thema Amnesie stellen.

Regina Nössler, Morgen ohne Gestern. Querverlag, Berlin 2007

gelesen von Jule Blum