Shamin Sarif: Mitten ins Herz. I can`t think straight

Tala, palästinensische Christin aus reichem Hause, hat bereits drei Hochzeiten platzen lassen und auch vor der anstehenden vierten schwant ihrer ausgesprochen auf das familiäre Renommee bedachten Mutter nichts Gutes. Obwohl der aktuelle Verlobte ein wahrer Traumtyp ist, hat Tala seit der ersten Begegnung nur noch Augen für Leyla, die Freundin eines Freundes ihres Zukünftigen. Allen Versuchen der Mutter zum Trotz, den Lauf des Schicksals zu ändern, kommt es wie es kommen muss und Leyla landet in Talas Armen. Für Leyla, angehende Schriftstellerin indischer Abstammung, hat die Liebesnacht ihr Coming-out gegenüber der Familie zur Folge, ein Schritt, zu dem sich Tala nicht entschließen kann. Zu groß ist ihre Angst vor gesellschaftlicher Ächtung und der Reaktion ihrer Mutter…

Ob Tala sich am Ende besinnt und es doch vielleicht ein Happy-End gibt, soll hier nicht verraten werden, die Leserinnen dieses opulenten Märchens aus Tausendundeiner Nacht werden es sicher mit Vergnügen herausfinden. Nur so viel vielleicht: Sarif zielt und trifft mit ihrer Geschichte erneut Mitten ins Herz.

Shamin Sarif, Mitten ins Herz. Verlag Krug & Schadenberg, Berlin 2012

gelesen von Jule Blum