Swantje Steinbrink (Hg.in): Rendezvous in Paris

Mittlerweile bringt mich der Zug in wenigen Stunden bis nach Paris. Ein Wochenendtrip rückt in den Bereich der durchaus realisierbaren Träume. Inspiriert von diesem kleinen Bändchen der blue notes Serie der edition ebersbach werde ich nun wohl den Plan bei der nächsten Gelegenheit in die Tat umsetzen. Allerdings werde ich im Gegensatz zu den ProtagonistInnen der Kurzgeschichten nichts dem Zufall überlassen, sondern gleich für meine Liebste mitbuchen.
Steinbeck ist es gelungen, Kurzgeschichten auszuwählen, die von neun unterschiedlichen AutorInnen stammen, die sich durch sehr eigene Handschriften und Erzählweisen auszeichnen, die zu unterschiedlichen Zeiten spielen, aber doch durch eine Klammer zu einem wundervollen Lesegenuss verbunden wurden: Alle Geschichten spielen in Paris, im Mittelpunkt stehen unerwartete Begegnungen, flüchtiges Aufeinanderzu-, häufig Aneinandervorbei- und schon wieder Auseinandergehen. Manchmal bleibt die Begegnung selbst nur in der Imagination der Protagonistin. AutorInnen erzählen von Liebe, Sehnsucht, Begehren, aber auch von Enttäuschung und immer wieder davon, wie sich Wege kreuzen, um gleich darauf auseinander zu streben. Meine persönliche Favoritin unter den AutorInnen ist zweifelsohne Colette.
Ein unbedingt empfehlenswertes Buch für alle, die die Stadt lieben, in der grau-grüne eiserne Blumensäulen… die Illusion einer aller Zeit verschlossenen Insel der Art Nouveau… vollenden, in der es rote Resopaltische gibt, wo vergessene Spielzeugschiffe auf dem Wasser einer Fontäne treiben, Tauben in Häuserschluchten flattern, Vogelkäfige in Fenstern hängen und vergilbte Papiertapete Seide vortäuscht.

Swantje Steinbrink (Hg.in). Rendezvous in Paris. Edition ebersbach. Berlin. 2008

gelesen von Elke Heinicke