Sylvia Rosenkranz-Hirschhäuser (Hg.in): Du bist nicht mehr meine Freundin. Wenn Frauenfreundschaften enden.

Das, was im Titel wie das trotzig aufgestampfte Bekenntnis aus Kindergartentagen klingt, ist eine Mischung aus Allgemeinplätzen und Küchenpsychologie rund ums Thema. Es beginnt mit einer Hymne auf die Frauenfreundschaften in Sex And The City, erklärt, wie kleine Mädchen ihre Freundinnen finden, die Katzen, Häschen und ein Meerschweinchen haben. In der Pubertät wird es dann schwieriger mit den Mädchenfreundschaften, weil es schnell zu Zickenkrieg kommt, einer Vorstufe von Stutenbissigkeit, wie die Leserin lernt. Immerhin werden beide Begriffe als frauenfeindlich benannt. Wohlgemerkt die Begriffe, nicht das Verhalten!

Studienfreundschaften bringen Neuorientierung, Freundschaften zu Arbeitskolleginnen sind ein Glücksfall und mit Beginn der Familienphase bewegen sich die Frauenfreundschaften dann zwischen Krabbelgruppe, Partnerschaftsproblemen und musisch-sportlichen Aktivitäten der heranwachsenden Kinder. Ältere Frauen knüpfen selten neue Freundschaften und zum Schluss wird noch erklärt, warum Freundschaften auseinander gehen: räumliche Distanz, unterschiedliche Lebensentwürfe, falsche Erwartungen, Neid, Eifersucht, Rivalität, Konkurrenz, Enttäuschungen, Verletzungen. Ach was!
Den Rest der Seiten füllen Bekenntnis triefende Schilderungen von Frauenschicksalen und zerbrochenen Freundschaften. Schnüff.

Schade, denn von der Pädagogin und Kunsthistorikerin hatte ich mir Fundierteres zum Thema erhofft.

Sylvia Rosenkranz-Hirschhäuser (Hg.in). Du bist nicht mehr meine Freundin. Wenn Frauenfreundschaften enden. Ulrike Helmer Verlag, Königstein/Ts. 2010

 

gelesen von Elke Heinicke