Trix Niederhauser: Denn vom Trauern kommt der Tod

Die hochbetagte Brunhilde Schwarz verbringt ihren Lebensabend im verhassten Altersheim. Zwischen faden Mahlzeiten und dem Austricksen des Pflegepersonals bleibt ihr jede Menge Zeit, auf ihr vergangenes Leben zurückzublicken. Die harte Kindheit mit der lieblosen Mutter, dem vergnügungssüchtigen Vater, dem faulen Bruder und der frivolen Schwester, die unglückliche Ehe mit dem feigen Apotheker, ihr eigener schwacher Sohn und die ungeliebte Schwiegertochter. All ihre Lieben sind schon vor ihr gegangen und an keinem Tod war Brunhilde unbeteiligt…

Denn vom Trauern kommt der Tod liest sich wie ein modernes Märchen, in dem alle bekommen, was sie verdienen und die Heldin netterweise am Ende weder einen ungewollten Prinzen noch ein Schloss am Hals hat, sondern lediglich endlich ihre heiß ersehnte Ruhe bekommt. Dass sie dafür tun muss, was nötig ist, kann man ihr einfach nicht übelnehmen.

Trix Niederhauser, Denn vom Trauern kommt der Tod. CRiMiNA Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/Ts. 2013

gelesen von Jule Blum