Ulrike Helmer (Hrg.in): Bücher sind Klamotten fürs Hirn.

Nun gibt es den flotten Spruch von der Werbepostkarte des Verlags als Buch. Gut so, denn den Kultfaktor der Postkarten wuchs von Jahr zu Jahr. Dieses Buch ist ein Muss für alle Bücherfreund_innen, Leseratten, Bibliophilen, Bücherwürmer und –närrInnen! Es macht Spaß, das Legen der Kettfäden im Vorwort der geschätzten Herausgeberin und Verlegerin nachzuvollziehen, die Parallelen zwischen Weben und Schreiben zu entdecken oder wie aus einem guten Stoff entweder schicke Klamotten oder fesselndes Lesefutter werden.

Da wird über T-Shirt-Sprüche sinniert, junge und erfahrene BuchhändlerInnen kommen zu Wort, LektorInnen überlegen, was ein Buch zum Buch macht. Ein besonderes Buch wurde von einer Italienerin auf ein Bettlaken geschrieben und in einer wunderbaren utopischen Buchhandlung schwebt die Kundin Genüssen aller Art entgegen, auch wenn heutige BuchhändlerInnen Neuerungen wie e-books nur recht skeptisch entgegen treten. Prekarisierung von Traumberufen, Feminisierung der Buchbranche, Vernetzungsarbeit bei den Bücherfrauen. Zitate, Romanauszüge und Essays wurden zu einer bunten Mischung vereint und mit Anke Schäfer gibt es eine Zeitreise in einen Frauenbuchladen des Jahres 1980 und ins Amsterdamer Frauenbuchantiquariat von Doris Hermanns – auch das lebt inzwischen in den Weiten des Netzes.

Bücher machen Spaß und dieses ganz besonders. Und um es mit Susan Sonntag zu sagen Bücher sind … komische kleine tragbare Gedankenstücke.

Ulrike Helmer (Hrg.in). Bücher sind Klamotten fürs Hirn. Ulrike Helmer Verlag. Sulzbach am Taunus. 2012

gelesen von Elke Heinicke