Ulrike Voss: Alicia.

Ulrike Voss: Alicia.

Ulrike Voss: Alicia.Anna liebt Alicia, begehrt sie, beide haben viel und einfallsreichen Sex. Sex, der die Leserin mitnimmt, die Fantasie anregt und Zeile für Zeile Spaß macht. Beide reisen, sind intelligent und kreativ. Und doch lässt Alicia die letzte Nähe nicht zu: Kein gemeinsames Wohnen, Treffen nur zweimal in der Woche, nichts Nennenswertes erzählt sie aus ihrer Vergangenheit und immer wieder verschwindet sie, stürzt in tiefe schwarze Löcher. Anna beginnt irgendwann heimliche Affären zu leben, Doppelleben zu führen.

Doch nichts ist für sie so wichtig wie ihre Liebe zu Alicia. Dennoch kommt der Tag, da Alicia sich von ihr trennt, weil sie den Zwiespalt in sich und die Unsicherheit der Beziehung zu Anna nicht mehr aushält. Damit stürzt sie Anna in eine tiefe Krise, die beendet abrupt ihre Langzeitaffäre und widmet sich, nachdem Alicia plötzlich verschwunden ist, hauptsächlich der Suche nach der Geliebten.
Nebenher gibt es eine bunte Reihe serieller Monogamie.
Am Anfang gelingt es Ulrike Voss wunderbar eine beinahe düstere, erotisch knisternde Spannung aufzubauen. Allerdings verpufft dieser Kitzel zunehmend und das Ende ist dann enttäuschend banal. Mehr und mehr fragt sich die Leserin gegen Ende: Warum wird diese Begebenheit überhaupt erzählt, was soll beispielsweise der doch recht platte, dafür aber recht langatmige SMS-Wechsel mit Suzanna?
Heiße Sommerlektüre, die Spaß macht und anregt und in keinem Rucksack insbesondere von Reisenden auf die Kanarischen Inseln fehlen sollte.

Ulrike Voss. Alicia. Erotischer Roman. konkursbuch Verlag Claudia Gehrke. Tübingen. 2009

gelesen von Elke Heinicke