Victoria Wolff: Die Welt ist blau. Ein Sommer-Roman aus Ascona

Die Welt ist leicht, hell und liegt ihnen zu Füßen, als Ursula und Peter mit dem Auto zu ihrem ersten gemeinsamen Urlaub nach Italien aufbrechen. Sie landen am Lago Maggiore in einem mondänen Hotel. Ihre Freundschaft gerät an den Rand einer Krise, als Peter fast den Verlockungen einer gelangweilten Modeschönheit erliegt und Ursula sich immer tiefer in einer geheimnisvolle Liaison mit dem undurchsichtigen Illusionskünstler Hubert von Reuchlin verstrickt. Peter greift zu einem ziemlich fiesen Trick, um Ursula aus dem Einfluss des Varietémagiers zu lösen und hat damit fast unverdientermaßen Glück. Mit einer bewussten Entscheidung trifft Ursula ihre Wahl für Peter und in einer Art Vertrag stellen die beiden ihre Beziehung auf ein tragfähiges Fundament.

Nach Das weiße Abendkleid bringt AvivA bereits den zweiten Roman der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Victoria Wolff heraus. Das vorliegende Buch ist eine zauberhaft zartblaue und unbekümmerte Sommergeschichte, voll Poesie und leisem Wortwitz, ein ums andere Mal an Schloss Gripsholm erinnernd. Zu einem perfekt vollendeten Lesegenuss wird die Lebensfreude versprühende Erzählung für mich allerdings vor allem durch das großartige Nachwort der Herausgeberin Anke Heimberg. Ohne die vielen klugen und interessanten Hinweise und Erläuterungen hätte ich bedauerlicherweise an etlichen Stellen über Unter- und Zwischentöne ganz gewiss hinweg gelesen.

An dieser Stelle also zum wiederholten Male ein Dank an die AvivA-Frauen: Wie gut, dass ihr solch wunderbare Bücher macht!

Victoria Wolff, Die Welt ist blau. Ein Sommer-Roman aus Ascona, AvivA Verlag, Berlin 2008

gelesen von Jule Blum