Vilja Limbach: Das Haus SE

Angélique hat es nicht leicht: Ihr Leben ist sehr verwirrend, es geschehen merkwürdige Dinge und dabei müsste es doch für sie als Tochter eines lesbischen Mütterpaares nicht ungewöhnlich sein, nicht unbedingt so zu sein wie alle anderen. Aber anstatt dass ihre Mütter Helena und Theodora ihr persönlich beistehen, bekommt sie einen Brief von Helena, in dem diese ihr eine ganz unglaubliche Geschichte – die Geschichte ihrer Familie – erzählt. Helena gehört zu den Kalimbi, einer mit Heil-und sonstigen Kräften ausgestatteten Spezies, die weitaus älter ist als die Menschheit. Seit Anbeginn leben sie unter den Menschen, zuerst in symbiotischer Einheit, seit Jahrtausenden jedoch unerkannt zum Schutz vor Verfolgung. Denn die Kalimbi nähren sich von menschlicher Lebensenergie, trinken eine Zeit lang menschliches Blut. Im Laufe des langen Briefes erfährt Angelique, dass die Kalimbi immer weniger werden und dass sie selbst sozusagen die erste einer neuen Rasse ist, entstanden aus der Verbindung der Kalimbi Helena mit der Menschenfrau Theodora.
Die Nach- oder Neuerzählung von Vampirlegenden hat ja durchaus Lesbentradition, Vilja Limbach ist es dennoch im vorliegenden Buch gelungen, eine überraschende, kurzweilige und neue Geschichte zu erzählen. Fernab aller moralischen Bewertungen kreiert sie eine Welt parallel zu der unsrigen, so prall voll von Farben, Licht und lebendigen Einzelheiten, dass frau von Zeit zu Zeit der Gedanke kommt, ob es denn vielleicht nicht doch tatsächlich alles so sein könnte…
Ein vergnüglicher Lesespaß für alle, die sich gern mit Fantasy und Mystery beschäftigen und sich in der Welt von beispielsweise Anne Rice wohl und zu Hause fühlen.

Vilja Limbach, Das Haus SE. FL-Verlag Gabriele Limbach, Bonn 2005

gelesen von Jule Blum