Archiv der Kategorie: Rezensionen 2012 2. Halbjahr

Trix Niederhauser: Das Tantenerbe

Musikjournalistin Micha erbt überraschend ein beachtliches Anwesen, das ihrer verstorbenen Tante, Schwester ihrer Mutter, gehörte und beschließt kurzerhand, das große Haus zu renovieren und selbst mit Freundinnen zu bewohnen. Es stellt sich heraus, dass die Tante eine überaus erfolgreiche Schriftstellerin gewesen ist, die Micha wegen eines Familienzwists leider nie kennen gelernt hat. Im Zuge der Renovierung finden sich Kisten mit Dokumenten, die Licht ins Leben der Autorin und ihrer Liebesbeziehung zu einer Frau bringen und Micha beginnt, die Biografie ihrer berühmten Verwandten zu schreiben.

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Suzana Tratnik: Farbfernsehen und Sterben

Die Geschichten erzählen vom Alltag im ehemaligen Jugoslawien, von Familie und Verwandten, Tod und Krankheit, von Schule und Arbeit und von der Freundschaft. Davon, wie wichtig sie ist, egal in welchem Alter. Ob die Oma mit ihren langjährigen Weggefährtinnen oder die sehr jungen Heldinnen der Kurzgeschichten: ohne die Freundinnen wäre ihr Leben unvollständig und sehr viel ärmer. Sie sind Halt und Stütze in einer sich ständig wandelnden Welt, auch wenn sie düstere Prophezeiungen ausstoßen oder die Schweine aus dem Stall lassen, plötzlich ihr Geschlecht ändern oder das schönere Faschingskostüm haben.

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Karen-Susan Fessel: Steingesicht.

Nachdem Steingesicht 2001 im Verlag Friedrich Oetinger erschienen war und ein breites, vor allem jugendliches Lesepublikum gefunden hat, ist nun eine überarbeitete Neuauflage des preisgekrönten Werkes  im Querverlag erschienen. Dies sollte dem Buch einen noch größeren RezipientInnenkreis erschließen. Es wäre eine unumstrittene Bereicherung des Lesekanons in der Mittelstufe.  Als günstige Paperbackausgabe bietet es sich in der Neuauflage geradezu dafür an.

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Carolin Schairer: Riskantes Spiel.

Mit schöner Regelmäßigkeit erscheinen sie inzwischen, die Romane aus der Feder der in Wien lebenden Autorin Carolin Schairer.  Die Leserin kann sich drauf verlassen, dass es pünktlich neuen Lesestoff fürs Reisegepäck oder die langen Leseabende in der dunklen Jahreszeit gibt. Was mir gefällt an ihren Romanen, ist die Vielfalt ihrer Themen, die stets gut recherchiert sind. Da scheint dann die Journalistin Carolin Schairer durch, die ihr Handwerk versteht und viele Themen in einer klaren, knappen Sprache aufzugreifen vermag.

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Sushila_Mesquita: Ban Marriage! Ambivalenzen der Normalisierung aus queer-feministischer Perspektive.

Ambivalenzen der Normalisierung aus queer-feministischer Perspektive.

Das erste Sachbuch aus diesem noch jungen Wiener Verlag, das ich in den Händen halte, ist gut, ein kluges, inspirierendes, hinterfragendes Buch, dass es eine Freude ist, Seite für Seite den Gedankengängen zu folgen. Zugegeben, ganz fremd war mir das Thema nicht, diskutierten wir doch in den Jahren vor der Einführung der eingetragenen PartnerInnenschaft tage- und nächtelang das Für und Wider. Natürlich überwog das Wider bei Weitem, hatten wir doch die feministische Ehekritik im Rucksack. Anpassungsdruck für Lesben und Schwule, (ökonomische) Abhängigkeit, Entsexualisierung, Privilegierung von Zweierbeziehungen… all dies Kritikpunkte, die wir schon vor der Jahrtausendwende in die Waagschale warfen. Was Mesquitas Arbeit so lesenswert macht, ist die neue Perspektive.

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